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Veröffentlicht: 17.02.2017, 16:31 Uhr

Türkei Deutscher „Welt“-Korrespondent festgesetzt

Zum ersten Mal seit Beginn des Ausnahmezustands hat die türkische Polizei einen deutschen Journalisten in Gewahrsam genommen. Die Behörden werfen Deniz Yücel Mitgliedschaft in einer Terrororganisation vor.

© dpa Der Journalist Deniz Yücel hat sowohl die deutsche als auch die türkische Staatsbürgerschaft.

Erstmals ist während des Ausnahmezustandes in der Türkei ein deutscher Journalist in Polizeigewahrsam genommen worden. Der Türkei-Korrespondent der Zeitung „Welt“, Deniz Yücel, hatte sich der Polizei in Istanbul bereits am vergangenen Dienstag gestellt, wie seine Redaktion am Freitag bestätigte. Den Anwälten des 43 Jahre alten Journalisten sei gesagt worden, dass gegen ihn wegen Mitgliedschaft in einer Terrororganisation, wegen Terrorpropaganda und wegen Datenmissbrauchs ermittelt werde.

Dabei scheint es um gehackte E-Mails zu gehen, die vom E-Mail-Konto des Energieministers Berat Albayrak stammen sollen, dem Schwiegersohn des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan. Yücel hatte über die von einer Gruppe namens Redhack verbreiteten E-Mails zwei Artikel verfasst. Redhack gilt in der Türkei als Terrororganisation.

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Yücel besitzt sowohl die deutsche als auch die türkische Staatsbürgerschaft. Aus Sicht der türkischen Behörden ist er damit ein einheimischer und kein ausländischer Journalist. Nach Angaben der „Welt“ wurde Yücels Istanbuler Wohnung durchsucht, nachdem der Korrespondent sich der Polizei gestellt hatte.

In der Türkei sitzen zahlreiche regierungskritische Journalisten wegen Terrorvorwürfen in Haft. Menschenrechtsorganisationen halten die Anschuldigungen häufig für konstruiert und politisch motiviert. Die Regierung weist solche Kritik zurück.

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