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Folgen des Brexit : Lambsdorff rät, britische Drohungen zu ignorieren

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Die britischen Drohung lösen bei Europapolitiker Alexander Graf Lambsdorff (FDP) in erster Linie Unverständnis und Gelassenheit aus. Bild: ZDF und Svea Pietschmann

Die britischen Drohungen, im Zuge des Brexit Zölle zu erhöhen, stoßen bei deutschen Politikern auf Unverständnis: Großbritannien müsse seine Probleme in den Griff bekommen anstatt die Schuld in Europa zu suchen.

          Die Andeutungen des britischen Finanzministers Philip Hammond über ein mögliches Steuerdumping seines Landes infolge des Brexits sind bei deutschen Politikern auf Unverständnis gestoßen. Der FDP-Europaabgeordnete Alexander Graf Lambsdorff sagte der Zeitung „Welt“ (Montag): „Hammond will Brüssel offenbar durch ein Schreckensszenario zu Beginn des Verhandlungsprozeses beeindrucken. Wir sollten das gelassen ignorieren.“ Es wäre sinnvoller, Großbritannien würde „endlich ein zusammenhängendes Gesamtkonzept auf den Tisch legen, wie es sich die Zukunft der Beziehungen vorstellt.“

          Hammond hatte im Interview mit der Zeitung angekündigt, seine Regierung werde bei einem fehlenden Zugang zum europäischen Markt sein Wirtschaftsmodell überdenken. Die Regierung in London hatte niedrigere Steuersätze für Unternehmen als ein mögliches Instrument nach dem Brexit schon in der Vergangenheit angekündigt.

          Der CDU-Abgeordnete Norbert Röttgen riet Großbritannien, seine Probleme selbst anzugehen. „Die beiden großen ökonomischen Schwächen Großbritanniens sind das beachtliche Handelsdefizit und das große Haushaltsdefizit“, sagte Röttgen der Zeitung. „Die „Drohungen“ Hammonds mit Zöllen und Steuersenkungen sind darum Drohungen mit Selbstbeschädigung und als solche Ausdruck britischer Ratlosigkeit“, Röttgen weiter.

          Lambsdorffs Kollege im Europa-Parlament Markus Ferber (CSU) reagierte mit Verwunderung auf Hammonds Kommentare. „Auch nach dem Brexit wird Großbritannien weiter Mitglied der OECD sein und auch der G7, und da gibt es klare Grundsätze für die Besteuerung von Unternehmen. Ich habe nicht den Eindruck, dass London aus allen internationalen Organisationen austreten will.“

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