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Designierter Nato-Generalsekretär Rasmussen will religiöse Gefühle achten

06.04.2009 ·  Kurz nach seiner Nominierung zum Nato-Generalsekretär ist Anders Fogh Rasmussen auf die Türkei zugegangen: In Ankara versprach er, den Islam zu respektieren. Der türkische Ministerpräsident Erdogan war mit dem Versuch gescheitert, Rasmussen wegen dessen Rolle im Karikaturen-Streit zu verhindern.

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Der designierte Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat sich bei einer Konferenz in Istanbul für eine ausgewogene Balance zwischen Meinungsfreiheit und Respekt für religiöse Gefühle ausgesprochen. Er werde genau auf religiöse Empfindsamkeiten achten, wenn er sein Amt im August antrete, sagte Fogh Rasmussen.

Die Türkei hatte sich wegen der Mohammed-Karikaturen, die 2006 in einer dänischen Zeitung erschienen, lange gegen den bisherigen dänischen Regierungschef als Nachfolger von Jaap de Hoop Scheffer gesträubt.

Erst Druck Obamas brach türkischen Widerstand

Erst auf Vermittlung des amerikanischen Präsidenten Barack Obama gab das Nato-Mitglied Türkei am Samstag seinen Widerstand gegen den Wunschkandidaten der Europäer auf. Bei der Konferenz in Istanbul sagte Fogh Rasmussen, er respektiere den Islam als eine der großen Weltreligionen.

Video: Nato demonstriert Einigkeit

Im Streit um die Karikaturen, die in muslimischen Staaten große Empörung hervorriefen, hatte sich der damalige Ministerpräsident von den Zeichnungen distanziert, es unter Berufung auf die Meinungsfreiheit aber abgelehnt, sich für sie zu entschuldigen.

Die Konferenz in Istanbul wurde von der Allianz der Zivilisationen organisiert, einem von der Türkei und Spanien unterstützten Forum zur Förderung eines besseren Verständnisses zwischen dem Westen und der islamischen Welt.

Nächtlicher Sturz im Hotel

Fogh Rasmussen sagte, der Dialog zwischen Kulturen und Religionen müsse auf gegenseitigem Respekt und Verständnis gründen. Jede Form von Zensur behindere diesen Prozess. „Das ist genau die Balance, die wir finden müssen.“

Fogh Rasmussen trug bei seiner Rede den rechten Arm in einer Schlinge. Er war in der Nacht in seinem Hotel gestürzt, laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Dogan renkte er sich dabei die Schulter aus.

Der 56 Jahe alte Däne wurde am Samstag nach langem Ringen als Nachfolger von Jaap de Hoop Scheffer bestimmt, dessen Amtszeit als Generalsekretär des Verteidigungsbündnisses am 31. Juli endet. Der Streit über seine Nachfolge hatte den Auftakt des Nato-Gipfels in Straßburg belastet. Am Sonntag trat Fogh Rasmussen als dänischer Ministerpräsident zurück.

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