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Nationalfeiertag in Frankreich : Starke Muskeln, tiefe Wunden

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Frankreichs Präsident würdigte die Freundschaft mit den Vereinigten Staaten: „Die Anwesenheit von Donald Trump und seiner Frau an meiner Seite ist das Zeichen einer Freundschaft, die die Zeiten übersteht“. Bild: AP

Mit einem Militärspektakel auf den Champs-Élysées feiert Frankreich seinen Nationalfeiertag und umschmeichelt den amerikanischen Präsidenten Trump. Doch der Schatten von Nizza reicht an diesem 14. Juli bis nach Paris.

          Die Kampfflugzeuge sind schon vorbei gedonnert und die Panzer über die Champs-Élysées gerollt, als eine musikalische Geste an den Schatten auf diesem Nationalfeiertag erinnert. Am Ende der traditionellen Militärparade in Paris nimmt eine Kapelle Aufstellung und spielt das Lied „Nissa la bella“, „Nizza die Schöne“. Die Musiker formen dabei den Namen der Mittelmeerstadt, in der genau ein Jahr zuvor bei einem islamistischen Anschlag 86 Menschen ermordet wurden.

          Frankreich zeigt seine Muskeln, Frankreich leckt seine Wunden: Der mit großem Pomp inszenierte 14. Juli hat in diesem Jahr ein doppeltes Gesicht. Morgens fährt Präsident Emmanuel Macron als Oberbefehlshaber über die „schönste Avenue der Welt“ und beschwört neben Ehrengast Donald Trump die Freundschaft zu den Vereinigten Staaten. Frankreich habe in seiner Geschichte „zuverlässige Verbündete gefunden, Freunde, die uns zu Hilfe geeilt sind“, sagt Macron. „Die Vereinigten Staaten von Amerika gehören dazu. Deshalb wird nichts uns jemals trennen.“  

          Frankreichs Präsident würdigte die Freundschaft mit den Vereinigten Staaten: „Die Anwesenheit von Donald Trump und seiner Frau an meiner Seite ist das Zeichen einer Freundschaft, die die Zeiten übersteht“. Bilderstrecke

          Anlass für den eintägigen Besuch ist das Jubiläum des Eintritts der Vereinigten Staaten in den Ersten Weltkrieg vor 100 Jahren. Die Amerikaner kämpften damals an der Seite Frankreichs gegen Deutschland. An der Parade am Freitag nehmen mehr als 3700 Fußsoldaten und mehr als 200 Fahrzeuge teil. Auch amerikanische Militärs marschieren mit, fünf von ihnen in Uniformen aus der Zeit des Ersten Weltkrieges.

          Trump und seine Frau sitzen als Ehrengäste neben dem Ehepaar Macron auf der Tribüne. „Die Anwesenheit von Präsident Donald Trump und seiner Frau an meiner Seite ist das Zeichen einer Freundschaft, die die Zeiten übersteht“, sagt Macron. Dass der Präsident nach der Militärparade das Wort ergreift, ist unüblich.

          Überhaupt versichern sich die beiden Staatschefs bei ihrem Treffen ab Donnerstagnachmittag wiederholt ihrer freundschaftlichen Verbundenheit und gegenseitigen Wertschätzung. Macron gibt sich alle Mühe, den amerikanischen Präsidenten trotz dessen Differenzen mit anderen westlichen Staatschefs nicht als isoliert dastehen zu lassen.

          Trump betont „unzerbrechliche“ Freundschaft mit Frankreich

          Trump bezeichnete die Freundschaft der beiden Länder auf Twitter als „unzerbrechlich“. Ein Foto, das vor einem gemeinsamen Abendessen im Eiffelturm aufgenommen wurde, kommentierte er mit den Worten: „Das Verhältnis zu Frankreich ist so stark wie nie.“ Inhaltlich konzentrieren sich der Franzose und der Amerikaner auf Themen, bei denen eine Einigung möglich ist. Bei einem Arbeitstreffen im Élyséepalast vereinbarten sie am Donnerstag ein gemeinsames Vorgehen im Anti-Terror-Kampf und gegen Dumping auf dem Weltmarkt. Außerdem wollen sie einen Fahrplan für die Zukunft von Syrien nach dem Bürgerkrieg initiieren.

          Politische Meinungsverschiedenheiten wie beim Klimaschutz rücken sie in den Hintergrund. „Ich respektiere die Entscheidung von Präsident Trump“, sagt Macron zur Abkehr des Amerikaners vom Klimaabkommen. Trump sei eben an seine Wahlversprechen gebunden.

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