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Der König von Spanien : Juan Carlos dankt ab

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Erschöpft wirkt der König bei der Parade am Nationalfeiertag 2012. Im Hintergrund Prinz Felipe und seine Gemahlin Letizia Bild: AFP

Seit 1976 saß König Juan Carlos auf dem Thron. Sein Nachfolger wird Prinz Felipe. Juan Carlos begründete seine Abdankung mit dem Wunsch nach einer Erneuerung der Monarchie.

          Der spanische König Juan Carlos I. dankt ab. Das kündigte Ministerpräsident Mariano Rajoy in Madrid am Montag in einer „institutionellen Erklärung“ an. Der 76 Jahre alte Monarch, der 39 Jahre lang als Staatsoberhaupt und Oberkommandierender der Streitkräfte amtierte, übergibt die Krone an seinen 46 Jahre alten Sohn Felipe.

          Juan Carlos begründete seine überraschende Abdankung mit dem Wunsch nach einer Erneuerung der Monarchie. Er verzichte auf die spanische Krone, um eine Erneuerung zu ermöglichen, „Fehler zu überwinden und den Weg zu einer besseren Zukunft freizumachen“, sagte der Könige am Montag in einer Fernsehansprache. Sein Sohn Kronprinz Felipe habe „die Reife, die Vorbereitung und das nötige Verantwortungsbewusstsein“, um als neues Staatsoberhaupt an die Spitze Spaniens zu treten. Felipe werde „eine neue Etappe der Hoffnung“ begründen, in der sich „die gemachten Erfahrungen und der Schwung einer neuen Generation“ vereinten.

          Rajoy berief für Dienstag eine außerordentliche Kabinettssitzung ein. Er teilte mit, dass das spanische Parlament schon „in Kürze“ die Ernennung des Prinzen von Asturien zum Nachfolger seines Vaters vornehmen werde. Juan Carlos hatte in den letzten Jahren zunehmend gesundheitliche Probleme und musste sich mehreren Operationen unterziehen. Persönliche Affären, darunter eine Elefantenjagd in Afrika inmitten der spanischen Wirtschaftskrise, schadeten seinem Ruf.

          Die Reputation der Monarchie litt jedoch vor allem unter einem Korruptionskandal, welcher wegen des Missbrauchs öffentlicher Mittel seinen Schwiegersohn Inaki Urdangarin vor einem Ermittlungsrichter brachte und auch seine Tochter Cristina betrifft.

          Regierungschef Rajoy würdigte die „historischen Verdienste“ des Königs, der sich im Jahr 1981 während eines Putschversuchs neofranquistischer Militärs zur Verfassung und zur Demokratie bekannte. Er nannte Juan Carlos als einen „unermüdlichen Verteidiger“ spanischer Interessen. Der Prozess der Abdankung werde ein Beweis für die Reife der spanischen Demokratie sein, sagte er.

          Dem Kronprinzen Felipe sprach der Ministerpräsident sein volles Vertrauen aus. Er sei in jeder Hinsicht qualifiziert um die Krone und die Aufgaben seines Vaters zu übernehmen. Felipe hielt sich noch am Wochenende auf einer Reise in Lateinamerika auf, als der Monarch in Madrid seinen Abdankungsentschluss fasste.

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