Home
http://www.faz.net/-gq5-7bb7o
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Der Fall Edward Snowden Putin will keinen Streit mit Washington über "Geheimdienst-Aktivitäten"

Die Affäre Snowden solle die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten nicht belasten, sagt Russlands Präsident Putin. Das Verhältnis zu Washington sei ihm wichtiger als ein Streit über Geheimdienste.

© AP Vergrößern Russlands Präsident Wladimir Putin

Russlands Präsident Wladimir Putin hat signalisiert, dass die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten nicht unter der Affäre um den früheren amerikanischen Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden leiden sollten. „Bilaterale Beziehungen sind meiner Meinung nach viel wichtiger als ein Streit über Aktivitäten von Geheimdiensten“, sagte Putin am Mittwoch bei einem Sibirien-Besuch auf die Frage, ob die Affäre einen Schatten auf den für September in Moskau geplanten Amerika-Russland-Gipfel werfe. Keine Angaben machte er, ob Russland Snowden vorübergehend Asyl gewähren wird. Einen entsprechenden Antrag soll er inzwischen gestellt haben.

Putin betonte abermals, Snowden müsse darauf verzichten, den Interessen der Vereinigten Staaten zu schaden. Dies hatte der Präsident bereits zuvor als Bedingung für eine vorübergehende Aufnahme Snowdens gestellt. Die von den Vereinigten Staaten geforderte Auslieferung hatte Putin aber abgelehnt.

Mehr zum Thema

Snowdens Pass ist ungültig

Snowden hält sich seit etwa drei Wochen im Transitbereich des Moskauer Flughafens Scheremetjewo auf. Die russische Führung hat argumentiert, damit sei er nicht nach Russland eingereist. Ein Visum dafür hat er nicht, die Vereinigten Staaten haben seinen Pass für ungültig erklärt.

NSA whistleblower Edward Snowden, an analyst with a U.S. defence contractor, is interviewed by The Guardian in his hotel room in Hong Kong © REUTERS Vergrößern Edward Snowden

Snowden hat etwa 20 Länder um Asyl gebeten. Ecuador, Bolivien und Nicaragua haben sich bereiterklärt, ihn  aufzunehmen. Unklar ist aber, wie er nach Lateinamerika gelangen könnte. Snowden hat Informationen über britische und amerikanische Spähprogramme an Medien weitergegeben und wird von den Vereinigten Staaten wegen Spionage gesucht. Von den Aktionen des amerikanischen Geheimdienstes NSA soll auch die Bundesrepublik betroffen sein.

Quelle: FAZ.NET

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Abhör-Affäre Opposition klagt in Karlsruhe wegen Snowden-Vernehmung

Weil die Regierung den NSA-Enthüller Edward Snowden nicht nach Deutschland lassen möchte, klagt die Opposition nun in Karlsruhe. Es gehe darum, ob das Parlament die Regierung effektiv kontrollieren könne. Mehr Von Günter Bannas, Berlin

26.09.2014, 16:19 Uhr | Politik
Edward Snowden darf dem Präsidenten eine Frage stellen

Bei seiner Fernseh-Fragerunde ließ Russlands Präsident Putin auch den früheren amerikanischen Geheimdienstler Edward Snowden eine Frage stellen - und antwortete mit einem Seitenhieb auf die Vereinigten Staaten. Mehr

17.04.2014, 20:49 Uhr | Politik
Ukraine-Krise Russische VTB-Bank fürchtet Milliardenverlust

Russlands zweitgrößte Bank VTB bekommt die Folgen des Ukraine-Konflikts schwer zu spüren. Seit Jahresbeginn hat die Bank schon mehr als eine halbe Milliarde Euro verloren. Mehr

22.09.2014, 14:41 Uhr | Wirtschaft
Putin nennt ukrainischen Militäreinsatz ein Verbrechen

In einem Fernsehinterview, in dem Russlands Präsident Putin auch ausgewählte Fragen aus der Bevölkerung entgegennahm, nannte er den ukrainischen Militäreinsatz in der Ostukraine ein Verbrechen. Mehr

17.04.2014, 14:05 Uhr | Politik
Streit um Spionage Die NSA betreibt keine Massenüberwachung, sie sammelt Daten

Mehr als 60 Parlamentarier aus ganz Europa folgten der Einladung des amerikanischen Abgeordneten Robert Pittenger nach Washington, um über Spionage zu sprechen. Der Republikaner empfahl ihnen die amerikanische Geheimdienstkontrolle als Vorbild. Mehr

21.09.2014, 03:47 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 17.07.2013, 10:36 Uhr

Mahnmal

Von Reinhard Müller

Der Nürburgring ist ein Mahnmal. Für das Geldversenken sind Landesregierungen immer noch gut. Mehr 2 3