27.12.2009 · Als „aufgeweckt, intelligent, enthusiastisch und höflich“ beschreibt sein früherer Lehrer Umar Faruk Abdulmutallab. Doch schon damals fiel der heute 23-Jährige durch seine radikalen Ansichten auf. Sein Vater hatte amerikanische Behörden sogar gewarnt.
Der Vater des mutmaßlichen Attentäters von Detroit hat die amerikanischen Behörden laut einem nigerianischen Zeitungsbericht schon vor Monaten vor den radikalislamischen Überzeugungen seines Sohnes gewarnt. Umaru Mutallab, ein angesehener Bankier und ehemaliger nigerianischer Minister, sei über die zunehmende Radikalität seines Sohnes so besorgt gewesen, dass er im Sommer die amerikanische Botschaft in Ajuba und nigerianische Sicherheitsvertreter gewarnt habe, berichtete die nigerianische Zeitung „This Day“ am Samstag unter Berufung auf Angehörige. Umso erstaunter sei er gewesen, dass sein Sohn Umar Faruk Abdulmutallab dennoch ein Visum für die Vereinigten Staaten erhalten habe.
Umaru Mutallab selbst wollte das zunächst nicht bestätigen. Der 70 Jahre alte Mann will sich am Montag auf einer Pressekonferenz äußern. Mutallab war früher einmal Minister für wirtschaftliche Entwicklung; er leitete die beiden größten Banken des Landes und gründete die erste islamische Bank in Nigeria. Seit einer Woche ist er im Ruhestand.
Zunehmend radikale religiöse Ansichten
Seinen Sohn Umar Faruk Abdulmutallab, das jüngste von 16 Kindern, ließ der Vater in der British International School in der togolesischen Hauptstadt Lomé ausbilden. Später studierte Abdulmutallab Maschinenbau in London, wo die Familie laut Presseberichten ein Haus besitzt. Schon in der British School fiel der Junge durch seine zunehmend radikalen religiösen Ansichten auf. Wegen seiner anhaltenden Reden über den Islam gaben seine Klassenkameraden ihm den Spitznamen „Alfa“ (Gelehrter), wie die Zeitung „This Day“ berichtet. Laut dem Blatt zog er nach Ende seiner Londoner Studien 2008 nach Ägypten und Dubai. Dort brach er alle Verbindungen mit seiner Familie ab.
Ein Lehrer des heute 23-Jährigen, Michael Rimmer, erinnert sich noch daran, dass Umar Faruk Abdulmutallab als Jugendlicher das afghanische Taliban-Regime unterstützt hatte. „Während meine anderen muslimischen Schüler die Taliban für einen Haufen von Spinnern hielten, fand er sie ganz in Ordnung“, sagte Rimmer dem britischen Rundfunksender BBC. Umar Faruk beschrieb er dennoch als „Traumschüler“ - „sehr aufgeweckt, intelligent, talentiert, enthusiastisch und höflich“. Alle hätten ihm eine große Karriere vorhergesagt. Doch dann seien diese „verteufelten Idioten“ gekommen, hätten ihm diese „dummen Ideen“ in den Kopf gesetzt und damit „sein Leben ruiniert“ - und das seiner Familie verdorben.
Offenbar wollte der junge Nigerianer im vergangenen Mai für einen weiteren sechsmonatigen Maschinenbaukurs nach London zurückkehren. Da das College von den Behörden aber nicht anerkannt worden sei, habe er kein Visum erhalten, bestätigte ein Regierungsvertreter. Sieben Monate später versuchte Abdulmutallab, eine amerikanische Passagiermaschine mit etwa 290 Menschen an Bord kurz vor der Landung in Detroit in die Luft zu sprengen.