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De Maizière in Kabul Ein Hauch von Normalität

Verteidigungsminister de Maizière (CDU) ist zu einem unangekündigten Besuch in Afghanistan eingetroffen. Erstmals flog der Minister im zivilen Regierungsflugzeug nach Mazar-i-Sharif - um ein Zeichen für die „anhaltend verbesserte Sicherheitslage“ zu setzen.

© dpa Zivil unterwegs: Verteidigungsminister Thomas de Maizière

Bundesverteidigungsminister de Maiziere will mit einem Besuch in Mazar-i-Sharif und Kabul ein Zeichen setzen, dass sich die Sicherheitslage in Afghanistan anhaltend verbessert hat. De Maizière flog am Montag erstmals mit einem Airbus der Flugbereitschaft der Bundeswehr direkt von Berlin zum Hindukusch, ohne den bislang üblichen Umweg über das usbekische Termez zu nehmen. Bislang liefen sämtliche deutschen Transporte aus Sicherheitsgründen über Usbekistan, wo Soldaten und Zivilkräfte, die nach Mazar-i-Sharif oder Kabul weiterreisen, in militärische Transall-Transporter umsteigen mussten.

Johannes Leithäuser Folgen:

Anders als der „zivile“ Airbus der Flugbereitschaft verfügen die Transall-Transportflugzeuge über Blendmittel, die anfliegende Boden-Luft-Raketen ablenken sollen. Mit einer solchen Transall-Maschine reiste de Maizière von Mazar-i-Sharif anschließend nach Kabul weiter, wo er den neuen afghanischen Verteidigungsminister Bismullah Khan traf. Er legte die Wege zu seinen Terminen im Auto zurück - auch dies sollte als Zeichen des Vertrauens in die Stabilität der Sicherheitslage gewertet werden.

© AFP, Reuters Video: Verteidigungsminister De Maizière beim Truppenbesuch in Afghanistan

Der Minister sagte, er wolle sich ein Bild machen, wie die Afghanen „ihre Sicherheit zunehmend in die eigenen Hände nehmen“, und versicherte dem afghanischen Verteidigungsminister, die deutschen Truppen würden ihren Einsatz in Afghanistan im Rahmen des Isaf-Kontingents „zuverlässig“ zu Ende bringen. Über das Verlängerungsmandat für den deutschen Einsatz, das im Januar kommenden Jahres vom Bundestag verabschiedet werden soll, wird Ende November im Kabinett beraten. De Maiziere sagte, es werde ein Kontingent von 300 zusätzlichen Kräften notwendig sein, um den Abzug und den Rücktransport von Gerät und Personal vorzubereiten und zu organisieren.

Der afghanische Verteidigungsminister beteuerte, die afghanischen Streitkräfte, Armee und Polizei, hätten ihre Sollstärke von rund 360.000 Mann inzwischen fast erreicht; es gelinge ihnen zusehends besser, die Sicherheit im Lande aufrechtzuerhalten. 70 Prozent der Bevölkerung lebten inzwischen in Gebieten, in denen die afghanische Armee für die Aufrechterhaltung der Sicherheit verantwortlich sei. Der Sprecher der Isaf-Einsatztruppen, der deutsche Brigadegeneral Katz, sagte in Kabul, 80 Prozent der Militäreinsätze gegen Aufständische würden in Afghanistan inzwischen von afghanischen Streitkräften geplant und federführend geleitet.

Maßnahmen gegen Attentäter in Uniform

Katz sagte über die jüngste tödliche Attacke eines Afghanen in Soldaten-Uniform gegen einen britischen Isaf-Soldaten, derartige Angriffe vermeintlich befreundeter Kräfte hätten in diesem Jahr einen hohen Stand erreicht:Bbislang habe es 45 solcher Fälle mit 61 Opfern gegeben. Katz sagte, die Sicherheitsvorkehrungen gegen solche Attentäter in afghanischen Uniformen seien verstärkt worden; die Isaf-Ausbilder seien bewaffnet, sie würden während der Ausbildungseinheiten von speziellen Wachposten begleitet, außerdem hätten die Afghanen ihre Rekrutierungsmethoden nochmals überprüft. Der Isaf-Sprecher sagte, es sei auch dank dieser Maßnahmen keine weitere Steigerung in der Statistik dieser Attentate zu registrieren.

De Maizière führte in Afghanistan auch Gespräche über die Art der Unterstützung und Ausbildungshilfe, die Deutschland nach dem Jahr 2015 im Lande leisten könnte. Der afghanische Verteidigungsminister hatte einen konkreten Wunsch an den deutschen Gast: Die afghanische Armee wünsche sich weitere Unterstützung bei der der Ausbildung zum Aufspüren und Entschärfen von Straßenminen. Hier hätten Fachleute der Bundeswehr den afghanischen Einheiten im deutschen Stationierungsgebiet im Norden schon wertvolle Erfahrungen vermittelt; diese Zusammenarbeit solle möglichst ausgebaut werden.

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Quelle: F.A.Z.

 
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