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Nach Cyber-Attacken : CIA zieht Amerikas Spione aus China ab

CIA-Hauptquartier in Langley im amerikanischen Bundesstaat Virginia Bild: AFP

Von vielen Millionen amerikanischen Regierungsmitarbeitern sind sensible Daten in die Hände der Chinesen geraten. Jetzt muss Washington mit der Enttarnung vieler Agenten rechnen.

          Die CIA hat offenbar mehrere Agenten aus China abgezogen, die offiziell als Mitarbeiter der amerikanischen Botschaft akkreditiert waren. Anlass für diese „Vorsichtsmaßnahme“, über die die Zeitung „Washington Post“ unter Berufung auf namentlich nicht genannte Regierungsmitarbeiter berichtete, war der Cyber-Diebstahl vieler Millionen Datensätze des „Office of Personnel Management“ (OPM) zwischen März 2014 und April 2015. Im Juni hatte die amerikanische Regierung bestätigt, dass die Rechner der Behörde, die praktisch als „Personalabteilung“ der Bundesverwaltung dienen, gehackt worden waren.

          Andreas Ross

          Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          Vertreter der Regierung haben keinen Zweifel daran gelassen, dass China hinter dem Cyber-Raubzug stecke. Deshalb rechnet man in Washington damit, dass die Chinesen nun die Daten der offiziell akkreditierten Diplomaten mit den erbeuteten Datensätzen abgleichen. Das OPM führt auch die Personalakten aller Mitarbeiter des State Department. Deswegen drohte die Enttarnung von CIA-Agenten, deren Personaldaten das OPM nicht erfasst. Botschaftsmitarbeiter, die nicht im OPM-Computer vorkamen, dürften also in Wahrheit Spione sein.

          Informationen über 18 Millionen Mitarbeiter

          Angeblich hat der FBI-Direktor James Comey in vertraulicher Sitzung gegenüber Kongressmitgliedern gesagt, dass sich die Hacker Informationen über 18 Millionen ehemalige und gegenwärtige Mitarbeiter der Bundesregierung verschafft hätten. Das OPM hatte im Juni von gut vier Millionen Betroffenen gesprochen.

          Der Datenklau ist ein großes Thema im republikanischen Vorwahlkampf; die meisten Kandidaten fordern Vergeltungsmaßnahmen gegen China. Doch die Regierung von Präsident Barack Obama sieht sich im Glashaus. Der Nationale Geheimdienstdirektor James Clapper sagte am Dienstag in einer Anhörung: „Auch wir betreiben Cyberspionage.“ Er fügte hinzu: „Und wir sind ziemlich gut darin.“ Clapper nannte es unklug, andere Länder für Dinge zu bestrafen, die auch Amerika tue. Clapper verwies selbst auf das Sprichwort, nach dem keine Steine werfen solle, wer selbst im Glashaus sitze. Der republikanische Senator John McCain fragte erbost: „Es ist also in Ordnung, wenn sie unsere wichtigsten Geheimnisse klauen, weil wir in einem Glashaus leben?“

          Der Nationale Geheimdienstdirektor der Vereinigten Staaten, James Clapper: „Wer selbst im Glashaus sitzt, ...“

          Clapper beharrte darauf, zwischen Cyberangriffen und Cyber-Spionage zu unterscheiden. Während des jüngsten Staatsbesuchs des chinesischen Präsidenten Xi Jinping hatte Obama Wert darauf gelegt, dass vor allem der von der chinesischen Regierung in großem Stil betriebene Diebstahl von Betriebsgeheimnissen amerikanischer Unternehmen zugunsten chinesischer Konkurrenzfirmen eine der größten „Irritationen“ im beiderseitigen Verhältnis sei. Xi versprach, dass China keine amerikanischen Firmen ausspioniere, um daraus wirtschaftliche Vorteile zu gewinnen. Obama verwies auf der gemeinsamen Pressekonferenz vorige Woche in Washington darauf, dass nicht Worte, sondern Taten zählten.

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