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Cristina Fernández de Kirchner Von Freund und Feind gefürchtet

29.10.2007 ·  Sie ist nicht die erste Präsidentin Argentiniens, doch die erste regulär ins Amt gewählte: Die Senatorin und First Lady de Kirchner wird gern mit Frauen verglichen, die in der Politik Aufsehen erregt haben, vor allem mit „Evita“. Parallelen zwischen beiden gibt es jedoch keine. Von Josef Oehrlein.

Von Josef Oehrlein
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Die Casa Rosada, das Regierungsgebäude in Buenos Aires, ist ihr vertraut. Dort ist nicht nur ihr Mann vier Jahre Präsident gewesen, dort hatte die Senatorin auch ein Büro. Nun kann Cristina Fernández de Kirchner die Räume des Staatsoberhaupts in Beschlag nehmen. Sie ist nicht die erste Präsidentin Argentiniens, doch die erste regulär ins Amt gewählte. María Estela Martínez, „Isabelita“, die dritte Frau des früheren Präsidenten Perón, war nach dessen Tod 1974 nachgerückt, weil sie seine Stellvertreterin war. Und Evita, die zweite Gattin des Generals, war „nur“ Primera Dama.

Cristina Kirchner und ihr Mann Néstor kommen zwar aus der peronistischen Partei PJ (Partido Justicialista), doch verkörpern sie darin lediglich eine eigene Strömung. Außer traditionellen Peronisten hat sich der „Kirchnerismus“ Politiker unterschiedlicher Parteien und Gruppierungen einverleibt, auch der traditionsreichen oppositionellen „Radikalen Bürgerunion“ (UCR). Schon im Elternhaus waren beide politische Sphären miteinander vereint. Der Vater Cristinas, Eduardo Fernández, ein Omnibusunternehmer, war Anhänger der „Radikalen“, die Mutter Ofelia Giselle Wilhelm Peronistin.

Keineswegs so warmherzig

Cristina Elizabeth Fernández Wilhelm wurde am 19. Februar 1953 in La Plata, der Hauptstadt der Provinz Buenos Aires, geboren. Nach dem Besuch eines von Nonnen geführten Gymnasiums studierte sie dort Jura und lernte ihren Mann kennen. Sie heirateten im März 1975. Ein Vierteljahr nach dem Militärputsch zogen sie im Juli 1976 nach Río Gallegos, in die Heimatstadt Néstor Kirchners, wo sie als Anwälte und mit Immobiliengeschäften zu Vermögen kamen. Mit „Kirchner“, wie sie ihren Mann zu nennen pflegt, hat Cristina zwei Kinder, den 30 Jahre alten Sohn Máximo und die 17 Jahre alte Tochter Florencia.

Mit den Jahren wurde das Paar zu dem machtbesessenen Tandem, als das es heute erscheint. Cristina Kirchner ließ sich 1989 als Abgeordnete in das Regionalparlament der Provinz Santa Cruz wählen, danach als Senatorin und Abgeordnete in den Nationalkongress. Ihr Mann war von 1987 bis 1991 Bürgermeister der Stadt Río Gallegos, von 1991 bis zu seiner Wahl ins Präsidentenamt 2003 Gouverneur von Santa Cruz.

Cristina Kirchner verfügt über eine rasche Auffassungsgabe und wird von Freund wie Feind wegen ihrer oft herablassenden Art im persönlichen Umgang gefürchtet. Sie wird gern mit Frauen verglichen, die in der Politik Aufsehen erregt haben, vor allem mit „Evita“. Von dem Hang zum Glamour bei öffentlichen Auftritten abgesehen, gibt es jedoch keine Parallelen zwischen beiden. Cristina Kirchner wirkt auf viele Landsleute keineswegs so warmherzig und sozial engagiert wie die Perón-Gattin, sondern kühl, unnahbar und an sozialpolitischen Angelegenheiten desinteressiert. Ein Karikaturist erlaubte sich den Scherz festzustellen, die künftige Präsidentin Argentiniens führe stets den Namen „Evita“ im Mund. Doch nicht um diese zu beschwören, sondern um zu vermeiden, die ungelösten Probleme der Präsidentschaft ihres Mannes anzusprechen, etwa Inflation und Gewaltkriminalität. „Evita“ heißt: „Vermeide es.“

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Jahrgang 1949, politischer Korrespondent für Lateinamerika mit Sitz in Buenos Aires.

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