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Nach polarisierendem Wahlkampf : Carlos Alvarado gewinnt Präsidentenwahl in Costa Rica

  • Aktualisiert am

Carlos Alvarado spricht nach dem Wahlsieg vor seinen Anhängern. Bild: EPA

Der Sozialdemokrat hat sich deutlich gegen seinen konservativ-evangelikalen Konkurrenten durchgesetzt. Im Wahlkampf warb Alvarado für eine offene, demokratische Gesellschaft und setzte sich für die gleichgeschlechtliche Ehe ein.

          In Costa Rica hat der Regierungskandidat Carlos Alvarado die Stichwahl um das Präsidentenamt gewonnen. Der Sozialdemokrat setzte sich am Sonntag mit rund 60,7 Prozent klar gegen den konservativ-evangelikalen Kandidaten Fabricio Alvarado (39,3 Prozent) durch, wie das Wahlgericht am Abend nach Auszählung von 90 Prozent der Stimmen bekanntgab. Damit wird der 38-Jährige dem amtierenden Präsidenten Luis Guillermo Solís nachfolgen. Die Amtseinführung ist für den 8. Mai geplant.

          Carlos Alvarado gehört der Regierungspartei „Acción Ciudadana“ an, ist gelernter Journalist und war in der Regierung von Präsident Solís als Arbeitsminister tätig. Im Wahlkampf warb er für eine offene, demokratische Gesellschaft und setzte sich für die gleichgeschlechtliche Ehe ein. Er wolle die Gleichstellung von Männern und Frauen, Senioren, Menschen mit Behinderungen und Kindern anstreben, sagte er nach seinem Wahlsieg und rief zur Einheit des Landes auf.

          Fabricio Alvarado, der mit dem Wahlsieger nicht verwandt ist, erkannte seine Niederlage noch am Abend an. Der 43-jährige Evangelikale hatte die erste Runde der Präsidentenwahl Anfang Februar mit seiner Fundamentalopposition gegen die gleichgeschlechtliche Ehe gewonnen. Die Homo-Ehe war eines der zentralen Wahlkampfthemen und hatte das Land stark polarisiert.

          Costa Rica gilt als stabilste Demokratie in Lateinamerika. Doch in den vergangenen Jahren hat die politische und soziale Unzufriedenheit zugenommen. Die Arbeitslosigkeit ist gestiegen, vor allem mangelt es an beruflichen Chancen für Jugendliche. Etwa 20 Prozent der Einwohner sind arm. Die Gesundheitsversorgung gilt als unzureichend und das staatliche Schulsystem als unterfinanziert. Das Parteiensystem hat sich in den vergangenen Jahren aufgesplittert, die traditionellen Parteien haben an Zustimmung verloren.

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