http://www.faz.net/-gpf-75bw8
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 25.12.2012, 20:46 Uhr

Computervirus Iran meldet neuen Stuxnet-Angriff

Iranische Computerexperten haben angeblich einen neuerlichen Cyber-Angriff gegen die Industrie des Landes abgewehrt. Ein hochrangiger Funktionär verglich den Virus mit Stuxnet.

© dpa Auch mit dem Virus Flame wurden iranische Einrichtungen bereits attackiert

Iranische Industrieanlagen sollen abermals mit dem Computervirus Stuxnet angegriffen worden sein. Darunter sei in den vergangenen Monaten auch ein Kraftwerk in Süden des Landes gewesen, sagte der Chef für Zivilverteidigung in der Provinz Hormozgan, Ali Akbar Achavan, am Dienstag der halbstaatlichen iranischen Nachrichtenagentur ISNA. Computerexperten hätten den Virus jedoch „erfolgreich aufhalten“ können, hieß es weiter.

Stuxnet hatte 2010 für Aufsehen gesorgt, als er etwa Atomanlagen des Iran befiel. Die „New York Times“ hatte im Juni berichtet, der Angriff gehe auf die amerikanische Regierung zurück. Mit einer einzigen Angriffsserie seien zeitweise fast tausend der 5.000 Zentrifugen zur Urananreicherung in der iranischen Atomanlage Natans lahmgelegt worden. Die Regierung schätze, dass die Cyberangriffe Teherans Atomprogramm um bis zu zwei Jahre zurückgeworfen hätten.

Der Iran hatte wiederholt gemeldet, Cyberangriffe unter anderem mit den Computerviren Stuxnet und Flame, die auch die wichtige Ölindustrie zum Ziel hatten, erfolgreich abgewehrt zu haben. Nach Ansicht Teherans sind die Attacken Teil eines Programmes der Vereinigten Staaten und Israels, um das iranische Atomprogramm zu treffen.

Mehr zum Thema

Quelle: AP, AFP

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Nach Amoklauf Iran verurteilt Anschlag in München

Nach dem mutmaßlichen Amoklauf eines 18 Jahre alten Deutsch-Iraners ist die Betroffenheit auch in Teheran groß. Die iranische Regierung verurteilt die Ermordung von schutzlosen Unschuldigen und sichert Deutschland ihre Unterstützung zu. Mehr

23.07.2016, 10:42 Uhr | Politik
Nach Putschversuch in Türkei Erdogan greift nach der absoluten Macht

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bringt die türkische Gesellschaft immer mehr unter seine Kontrolle. Er ordnete per Dekret die Schließung von Schulen, Universitäten, Stiftungen und Gewerkschaften an. Über 1000 Wohltätigkeitsorganisationen, Gewerkschaften und Stiftungen wurden aufgelöst. Zuvor waren rund 60.000 Soldaten, Polizisten, Beamte und Lehrer suspendiert oder festgenommen worden. Mehr

24.07.2016, 17:37 Uhr | Politik
Mutmaßlicher Täter von München Was wir über den Schützen wissen

Im Zimmer des Achtzehnjährigen hat die Polizei ein Buch mit dem Titel Amok im Kopf – warum Schüler töten gefunden. Was wissen wir noch über den Mann, der neun Menschen erschossen haben soll? Mehr

23.07.2016, 12:07 Uhr | Politik
LKA-Chef zu Amoklauf Waffe stammt wahrscheinlich aus Darknet

Der bayrische LKA-Chef Robert Heimberger hat neue Informationen zum Amoklauf in München bekannt gemacht. So soll der Täter die Tat seit einem Jahr geplant haben und soll zu diesem Zweck bereits im vergangenen Sommer Winnenden besucht haben. Die Opfer in München habe er sich nicht gezielt ausgesucht. Mehr

24.07.2016, 17:28 Uhr | Politik
Attentat von München Stimmen im Kopf

Ist es globaler Terrorismus, der uns bedroht, oder doch nur vereinzelter Wahnsinn? Und warum breitet sich diese neue Form des Selbstmords aus wie ein Virus? Womöglich hat das mehr mit der Gesellschaft zu tun als uns lieb ist. Mehr Von Harald Staun

24.07.2016, 15:36 Uhr | Feuilleton