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Sanktionen gegen Nordkorea : China will gegen illegale Öllieferungen vorgehen

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Die „Lighthouse Winmore“ ist in Hongkong registriert. Sie soll Öl an nordkoreanische Schiffe geliefert haben und wurde von Südkorea beschlagnahmt. Bild: AFP

Ein chinesisches Schiff verlädt Öl auf hoher See auf Frachter aus Nordkorea - und verstößt damit gegen Sanktionen. Peking beteuert, die UN-Resolutionen strikt zu befolgen.

          Chinas Regierung will scharf gegen illegale Öllieferungen an Nordkorea von Schiff zu Schiff vorgehen. „Wir werden es untersuchen und bestrafen, wenn wir es herausfinden“, sagte die Sprecherin des Außenministeriums, Hua Chunying, am Freitag vor der Presse in Peking. China erfülle die Sanktionen des Sicherheitsrates gegen Nordkorea „strikt und umfassend“. Nach den jüngsten Berichten über solche Schiffsverladungen habe China eine Reihe von Ermittlungen eingeleitet. Die Vorwürfe „entsprechen nicht den Fakten“. In einem Fall habe ein genanntes Schiff seit August keinen chinesischen Hafen mehr angelaufen. Ob es woanders gewesen sei, wisse China nicht.

          Südkorea hatte vorher bekannt gegeben, dass es ein in Hongkong registriertes Schiff vorübergehend beschlagnahmt habe, das trotz der internationalen Sanktionen Öl an Nordkorea geliefert haben soll. Das Schiff sei im November durchsucht worden, teilte ein Vertreter des südkoreanischen Außenministeriums am Freitag mit. Der Frachter „Lighthouse Winmore“ sollte demnach eigentlich mit 600 Tonnen Ölprodukten über Südkorea nach Taiwan fahren.

          Der von einer taiwanischen Firma gecharterte Frachter „Lighthouse Winmore“ sei im Oktober im südkoreanischen Hafen Yeosu mit japanischem raffinierten Öl beladen worden und habe mit 600 Tonnen Ölprodukten an Bord nach Taiwan fahren sollen.

          Stattdessen sei ein Teil des Öls jedoch in internationalen Gewässern auf das nordkoreanische Schiff „Sam Jong 2“ umgeladen worden, sagte der Ministeriumsvertreter. Bei ihrer Rückkehr nach Yeosu am 24. November habe der südkoreanische Zoll die „Lighthouse Winmore“ dann durchsucht.

          „Das ist ein typischer Fall, wie Nordkorea geschickt die Sanktionen des UN-Sicherheitsrates umgeht, indem es seine illegalen Netzwerke nutzt“, sagte er. Derartige Aktionen würden künftig dem UN-Sicherheitsrat gemeldet. Südkorea habe Geheimdienstinformationen über das illegale Geschäft bereits mit den Vereinigten Staaten geteilt. Am Donnerstagnachmittag hatte der amerikanische Präsident über Twitter mitgeteilt, dass China erwischt worden sei, wie es Öl an Nordkorea liefere und später in einem Interview gedroht, solle das nicht aufhören, werde er eine härtere Handelspolitik gegenüber Peking verfolgen.

          Die „Sam Jong 2“ gehört zu den vier nordkoreanischen Schiffen, denen am Donnerstag im Rahmen der UN-Sanktionen international die Einfahrt in Häfen verboten wurde – weil es Güter transportieren oder transportiert haben soll, die unter die Sanktionen fallen, wie Diplomaten der Nachrichtenagentur AFP sagten.

          Nordkorea hat mit Raketen- und Atomtests wiederholt gegen UN-Resolutionen verstoßen. Der UN-Sicherheitsrat verschärfte zuletzt am 22. Dezember abermals die Sanktionen gegen das Land.

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