http://www.faz.net/-gpf-95blu

Sanktionen gegen Nordkorea : China will gegen illegale Öllieferungen vorgehen

  • Aktualisiert am

Die „Lighthouse Winmore“ ist in Hongkong registriert. Sie soll Öl an nordkoreanische Schiffe geliefert haben und wurde von Südkorea beschlagnahmt. Bild: AFP

Ein chinesisches Schiff verlädt Öl auf hoher See auf Frachter aus Nordkorea - und verstößt damit gegen Sanktionen. Peking beteuert, die UN-Resolutionen strikt zu befolgen.

          Chinas Regierung will scharf gegen illegale Öllieferungen an Nordkorea von Schiff zu Schiff vorgehen. „Wir werden es untersuchen und bestrafen, wenn wir es herausfinden“, sagte die Sprecherin des Außenministeriums, Hua Chunying, am Freitag vor der Presse in Peking. China erfülle die Sanktionen des Sicherheitsrates gegen Nordkorea „strikt und umfassend“. Nach den jüngsten Berichten über solche Schiffsverladungen habe China eine Reihe von Ermittlungen eingeleitet. Die Vorwürfe „entsprechen nicht den Fakten“. In einem Fall habe ein genanntes Schiff seit August keinen chinesischen Hafen mehr angelaufen. Ob es woanders gewesen sei, wisse China nicht.

          Südkorea hatte vorher bekannt gegeben, dass es ein in Hongkong registriertes Schiff vorübergehend beschlagnahmt habe, das trotz der internationalen Sanktionen Öl an Nordkorea geliefert haben soll. Das Schiff sei im November durchsucht worden, teilte ein Vertreter des südkoreanischen Außenministeriums am Freitag mit. Der Frachter „Lighthouse Winmore“ sollte demnach eigentlich mit 600 Tonnen Ölprodukten über Südkorea nach Taiwan fahren.

          Der von einer taiwanischen Firma gecharterte Frachter „Lighthouse Winmore“ sei im Oktober im südkoreanischen Hafen Yeosu mit japanischem raffinierten Öl beladen worden und habe mit 600 Tonnen Ölprodukten an Bord nach Taiwan fahren sollen.

          Stattdessen sei ein Teil des Öls jedoch in internationalen Gewässern auf das nordkoreanische Schiff „Sam Jong 2“ umgeladen worden, sagte der Ministeriumsvertreter. Bei ihrer Rückkehr nach Yeosu am 24. November habe der südkoreanische Zoll die „Lighthouse Winmore“ dann durchsucht.

          Pjöngjang : Nordkorea sieht UN-Sanktionen als Kriegserklärung

          „Das ist ein typischer Fall, wie Nordkorea geschickt die Sanktionen des UN-Sicherheitsrates umgeht, indem es seine illegalen Netzwerke nutzt“, sagte er. Derartige Aktionen würden künftig dem UN-Sicherheitsrat gemeldet. Südkorea habe Geheimdienstinformationen über das illegale Geschäft bereits mit den Vereinigten Staaten geteilt. Am Donnerstagnachmittag hatte der amerikanische Präsident über Twitter mitgeteilt, dass China erwischt worden sei, wie es Öl an Nordkorea liefere und später in einem Interview gedroht, solle das nicht aufhören, werde er eine härtere Handelspolitik gegenüber Peking verfolgen.

          Die „Sam Jong 2“ gehört zu den vier nordkoreanischen Schiffen, denen am Donnerstag im Rahmen der UN-Sanktionen international die Einfahrt in Häfen verboten wurde – weil es Güter transportieren oder transportiert haben soll, die unter die Sanktionen fallen, wie Diplomaten der Nachrichtenagentur AFP sagten.

          Nordkorea hat mit Raketen- und Atomtests wiederholt gegen UN-Resolutionen verstoßen. Der UN-Sicherheitsrat verschärfte zuletzt am 22. Dezember abermals die Sanktionen gegen das Land.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Mit einer Kundgebung vor dem Berliner Reichstagsgebäude fordern Demonstranten die Abschaffung von Paragraf 219a.

          Abtreibungsgesetz : Straffrei, aber geächtet

          Die Debatte zum Paragraphen über das Verbot der Werbung für Abtreibung wirft Fragen auf: Können Politiker Reklame und Information nicht unterscheiden? Und verhindert das Gesetz auch nur eine einzige Abtreibung?
          In der Münchner BMW-Zentrale muss man sich nun kritische Nachfragen gefallen lassen

          Diesel-Affäre : BMW spielte falsche Abgas-Software auf

          Eine irrtümlich aufgespielte Software sorgt nun für einen Rückruf: BMW muss 12.000 Dieselmotoren korrigieren. Eine peinliche Lage für den selbsternannten Saubermann der Branche.

          Vergabe-Streit um EU-Mittel : Bloß keine neuen Spaltungen!

          Berlin will die Vergabe von EU-Mitteln an die Kooperation in der Flüchtlingspolitik koppeln. Die Osteuropäer sind entrüstet. Und Brüssel will das Thema erst mal nicht anfassen. Was nun?

          Angriffe in Ost-Ghouta : Ein unmenschlicher Feuersturm

          Syrien bombardiert seit Tagen mit russischer Hilfe Ost-Ghouta. Krankenhäuser werden gezielt angegriffen. Und ein Angriff mit Bodentruppen könnte bevorstehen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.