29.06.2010 · China und Taiwan haben ein historisches Handelsabkommen abgeschlossen. Rein wirtschaftlich hat das sicher seinen Sinn. Nun dürfte sich eine „Wiedervereinigung“ mit militärischer Gewalt erledigt haben. Doch die chinesische Umarmung wird enger.
Von Peter SturmRein wirtschaftlich hat das Freihandelsabkommen zwischen der Volksrepublik China und Taiwan sicher seinen Sinn. Aber es handelt sich natürlich nicht „nur“ um Wirtschaft, wenn diese beiden Staaten ein Abkommen schließen.
Die Opposition in Taiwan läuft Sturm gegen die Vereinbarung, weil sie praktisch das Ende Taiwans als selbständige Einheit besiegle. Das ist vielleicht einen Hauch zu schrill. Aber die Kritik kommt der Wirklichkeit nahe.
China sieht sich seit vielen Jahren international scharfer Kritik ausgesetzt, weil es die „Wiedervereinigung“ mit Taiwan gegebenenfalls auch mit militärischer Gewalt herbeiführen will. Das dürfte sich, wenn das Abkommen einmal in Kraft ist, erledigt haben. Taiwan gehört zwar zu den „Tigern“ Asiens, die auch auf der Weltbühne wirtschaftlich ein Gewicht haben. Aber im Vergleich zum Festland ist es klein und unbedeutend. Und es wird sich, einmal fest mit der Volksrepublik verbunden, keine „Extravaganzen“ wie Anträge auf Mitgliedschaft in internationalen Organisationen mehr leisten. Die Umarmung Pekings wird erdrückend sein.