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China Rätselraten über den Kronprinzen

 ·  Xi Jinping gilt als Nachfolger des amtierenden chinesischen Präsidenten Hu Jintao. Seit einer Woche hat er sich nicht mehr in der Öffentlichkeit gezeigt. Das treibt Spekulationen über einen Machtkampf in der kommunistischen Partei an.

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© REUTERS Xi Jinping: Zwei geplante Treffen mit ausländischen Besuchern hat der derzeitige stellvertretende Staatspräsident abgesagt.

Wo ist Chinas Kronprinz Xi Jinping? Zwei geplante Treffen mit ausländischen Besuchern hat der derzeitige stellvertretende Staatspräsident abgesagt. Seit einer Woche ist er nicht mehr öffentlich aufgetreten. In Peking brodelt die Gerüchteküche. Die einen wollen wissen, der neue starke Mann Chinas laboriere an einer Rückenverletzung, andere Quellen verbreiten, er habe einen leichten Herzinfarkt erlitten. Im Internet gibt es Gerüchte über einen Unfall und gar über einen Mord.

Die ungewöhnliche Absage eines so wichtigen Termines wie des Treffens mit der amerikanischen Außenministerin Clinton am vergangenen Mittwoch hatte bereits Fragen aufgeworfen. Der Außenminister erklärte sie mit Terminschwierigkeiten und empfahl Journalisten, der Sache nicht zu viel Bedeutung beizumessen. Nachdem aber am Montag ein Treffen mit der dänischen Ministerpräsidentin nicht stattfand und Xi Jinping immer noch nicht gesehen wurde, waren die Gerüchte nicht mehr aufzuhalten. Die Behörden gaben durch Verweigerung von Auskünften den Spekulationen nur noch mehr Auftrieb.

Spekulationen über innerparteilichen Machtkampf

Xi Jinpings unerklärte Abwesenheit und die Tatsache, dass noch immer kein Termin für den 18. Parteikongress bekanntgegeben wurde, heizt auch wieder Spekulationen über einen Machtkampf an. Seit der Skandal um Bo Xilai Verwerfungen und unglaubliche Geschehnisse in der Partei ans Licht gebracht hat, sind viele in China geneigt, auch den abenteuerlichsten Gerüchten zu glauben.

Man fragt sich, ob doch über Personal- und Sachfragen, über die bei dem Treffen entschieden werden sollte, noch gestritten wird. Der Parteikongress, noch immer nur für „die zweite Jahreshälfte“ angekündigt, soll Politik und Personal für die nächsten fünf Jahren und eine neue Führung für die nächsten zehn Jahre küren. An deren Spitze soll Xi Jinping stehen. Sein unentschuldigtes Fehlen trägt nun noch weiter zum schlechten Bild bei, das Chinas Kommunistische Partei in dieser Zeit des Machtübergangs bietet.

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Politische Korrespondentin für Ostasien.

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