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Veröffentlicht: 02.11.2012, 14:56 Uhr

China Peking regelt Organspende neu

Die meisten Organe für Transplantationen kommen in China noch immer zum größten Teil von hingerichteten Strafgefangenen. Das soll sich nun ändern.

von , Peking
© AP Häftlinge in China

In China kommen Organe für Transplantationen noch immer zum größten Teil von hingerichteten Strafgefangenen. Dies gab Wang Haibo, ein Beauftragter des chinesischen Gesundheitsministeriums zu. Er kündigte aber an, dass bis Anfang des nächsten Jahres das System geändert werden solle. Dann soll ein landesweites Organspendesystem eingeführt werden. Ein System, das sich hauptsächlich auf „Spenden“ der Hingerichteten stütze, sei weder ethisch noch auf Dauer aufrecht zu erhalten, sagte Wang Haibo der Zeitschrift der Weltgesundheitsorganisation. Menschenrechtsorganisationen und auch einige chinesische Ärzte kritisieren seit langem die chinesische Praxis, Hingerichteten Organe zu entnehmen. Erst seit einigen Jahren wird dazu die Zustimmung der Häftlinge eingeholt. Die Kritiker sagen, dass Sträflinge nicht wirklich eine freie Entscheidung treffen können und Angehörige zur Zustimmung bewegt werden.

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Im März hatte der stellvertretende chinesische Gesundheitsminister noch angekündigt, es werde noch fünf Jahre dauern, bis man in China auf die Organe von Hingerichteten verzichten könne. Er begründete dies mit der großen Nachfrage nach Transplantationen. Während pro Jahr in China etwa 1,5 Millionen Kranke auf eine Transplantation wartete, würden nur etwa 10.000 vorgenommen. Die hohe Nachfrage führt zu illegalem Organhandel. Der Erfolg der Aufrufe zur Organspende ist bislang gering, im Jahr 2011 haben nur 163 Personen Organe gespendet. Es ist nicht bekannt, wie viele Exekutionen es jedes Jahr in China gibt. Menschenrechtsorganisationen und chinesische Anwälte schätzen sie auf mehrere Tausend. Die in China verbotene Meditationsbewegung Falun Gong behauptet, dass auch Organe ihrer Anhänger, die in der Haft zu Tode gekommen waren, zur Transplantation entnommen wurden. Dies konnte bisher nicht nachgewiesen werden.

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