http://www.faz.net/-gpf-754ri

China : Debatte über Amoklauf in Henan

„Kalte und gefühllose“ Haltung der Behörden nach Amoklauf in einer Schule im chinesischen Henan: Dort wurden 23 Schüler von einem psychisch kranken Täter zum Teil schwer verletzt.

          An dem Tag, als im amerikanischen Bundesstaat Connecticut das Massaker in der Sandy-Hook-Grundschule stattfand, hatte auch China einen Amoklauf in einer Schule zu beklagen. Ein mit einem Messer bewaffneter Mann stürmte am Freitag in eine Dorfschule der Provinz Henan und verletzte 23 Schüler im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren, zwei davon schwer. Die meisten Opfer erlitten Wunden am Kopf und den Händen.

          Petra  Kolonko

          Politische Korrespondentin für Ostasien.

          Die Chinesen sind schockiert, nicht nur über die Tat, sondern auch über die Reaktion ihrer Behörden und Medien. Im chinesischen Internet vergleichen Leser die Reaktionen der amerikanischen und der chinesischen Behörden und kommen zu keinem für ihre Bürokraten schmeichelhaften Ergebnis.

          Nachricht unterdrückt

          Während auch in China ausführlich über die Tat im fernen Connecticut berichtet wurde, taten die chinesischen Verantwortlichen zuerst alles, um die Nachricht von der schrecklichen Tat in ihrem Land zu unterdrücken. Ein Bericht auf der Internetseite der zuständigen Lokalbehörde wurde nach wenigen Stunden gelöscht, eine für Samstag angesetzte Pressekonferenz abgesagt.

          Während sich in Amerika der Präsident äußerte und im ganzen Land die Flaggen auf halbmast wehten, hätten sich die lokalen Behörden in Henan kalt und gefühllos verhalten. Das jedenfalls berichteten Reporter der offiziellen Nachrichtenagentur Xinhua vom Tatort.

          Kein Funktionär erschien demnach bei den Eltern der Opfer, weder mit Zuspruch noch mit einer Hilfszusage. Die Region um den Tatort ist arm, die Eltern werden Hilfe für medizinischen Behandlung brauchen. In den vergangenen Jahren hat es mehrere Angriffe in chinesischen Schulen gegeben. Die meisten Taten sollen, wie auch jetzt in Henan, von psychisch Kranken begangen worden sein. Darüber ist jetzt auch eine neue Debatte über die mangelnde Behandlung psychischer Krankheiten in China entbrannt.

          Quelle: F.A.Z.

          Weitere Themen

          Hongkongs virtueller Friedhof Video-Seite öffnen

          China : Hongkongs virtueller Friedhof

          Beerdigungen können im chinesischen Hongkong äußerst kostspielig sein. Ein Start-up bietet nun eine digitale Lösung, die deutlich günstiger ist.

          Topmeldungen

          Auch nach Neuwahlen : Lindner schließt Jamaika aus

          Auch nach möglichen Neuwahlen im Bund will der FDP-Vorsitzende Christian Lindner nicht mit den Grünen koalieren. Dafür gebe es keine Vertrauensgrundlage, sagt er.

          Unruhe bei Sozialdemokraten : Was will die SPD?

          Bloß keine Neuwahlen! Und bloß keine Große Koalition! Die SPD trägt ihren inneren Konflikt zur eigenen Zukunft mittlerweile offen aus.Parteichef Schulz steht bereits unter Beschuss. Wie viel Unterstützung hat er noch?
          Besucher auf der Jobmesse Berlin im Oktober.

          Fachkräfte-Engpässe : Die Bewerber sind die Chefs

          Die Geschäfte laufen glänzend, doch viele Unternehmen ächzen unter Personalnot. Können uns Frauen, Ältere und Migranten retten?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.