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China Das Kreuz mit der Bischofsweihe

 ·  Ein alter Konflikt innerhalb der chinesischen katholischen Kirche flammt wieder auf. Am Freitag soll ein Bischof geweiht werden, aber der Papst hat nicht zugestimmt. Peking verbittet sich traditionell jede „Einmischung“. Die Gläubigen sitzen zwischen allen Stühlen.

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Bischofsweihen sollten in der katholischen Kirche ein Anlass zum Feiern sein. In China werden sie dank der Einmischung der staatlichen Religionsaufsicht zunehmend zu einer Belastung für die Gläubigen und zu einer Art Entscheidungstrauma für die Priester. An diesem Freitag soll in Harbin Yue Fusheng ohne Zustimmung des Papstes zum Bischof geweiht werden. Am Samstag wird in Schanghai Ma Daqin zum Bischof geweiht. Er hat zwar die Anerkennung des Papstes, aber unter den Bischöfen, die ihn weihen sollen, wird auch ein von Rom nicht anerkannter Bischof sein.

In der nordchinesischen Metropole Harbin soll Yue Fusheng geweiht werden, ein Priester aus der offiziellen katholischen Kirche, der nicht die Zustimmung des Papstes hat. Der Vatikan hat gegen die Weihe protestiert. Nach Berichten im chinesischen Internet haben die Religionsbehörden sechs Bischöfe gezwungen, an der Weihe teilzunehmen. Einer von ihnen, der Bischof von Shenyang, Pei Junmin, der vom Papst anerkannt ist, sei am Montag zu einem Treffen in Peking einbestellt worden. Seither habe man ihn nicht mehr erreichen können. Die katholische patriotische Vereinigung in Harbin gab am Donnerstag keine Auskunft.

In Schanghai soll Ma Daqin nach seiner Weihe am Samstag designierter Nachfolger des bereits 96 Jahre alten Schanghaier Bischofs Aloysius Jin Luxian werden. Bischof Jin ist einer der einflussreichsten Bischöfe in der offiziellen katholischen Kirche Chinas. Bischof Jin hat nach Angaben aus Kirchenkreisen in Hongkong Ma Daqin selbst ausgesucht. Der Papst hat die Wahl in Schanghai dann bestätigt. Doch dann wurden Priester und Gläubige schockiert durch die Nachricht, dass an der Weihe ein von Rom nicht anerkannter Bischof teilnehmen muss.

Streit zwischen dem Vatikan und China über die Ernennung von Bischöfen

In Schanghai hatte es zuvor schon Probleme mit einem anderen Kandidaten für die Nachfolge von Bischof Jin als Leiter der Diözese gegeben. Im Frühjahr dieses Jahres trat aus offiziell nicht geklärten Gründen der bisherige Weihbischof Joseph Xing von seinem Posten zurück. Der Weihbischof gilt als ein aufrechter Priester, der sich gegen staatliche Bevormundung der Kirche zu Wehr gesetzt hat und damit das Missfallen des Religionsbüros auf sich gezogen hatte. Es heißt, dass er aus persönlichen Gründen zurückgetreten sei.

Das Recht, Bischöfe zu bestimmen, ist einer größten Streitpunkte zwischen den Religionsbehörden des kommunistischen chinesischen Staates und dem Vatikan. Der Vatikan besteht darauf, dass wie überall in der Weltkirche Rom die Bischöfe ernennt. China bezeichnet dies als Einmischung in innere Angelegenheiten und hat der offiziellen Kirche befohlen, ihre Bischöfe selbst zu ernennen. Über die Einhaltung politischer Auflagen wacht in China die „Patriotische Vereinigung“ in der Katholischen Kirche, ein Laiengremium, das von Papst Benedikt in seinem Brief an die chinesischen Katholiken als unrechtmäßig abgelehnt wurde. In beiden Fällen demonstrieren die staatlichen Religionsbehörden mit diesem Vorgehen, dass sie sich das letzte Wort über die Weihen und die Zusammensetzung der Bischöfe vorbehalten.

Das staatliche Religionsbüro bezeichnete in einer Stellungnahme die drohende Exkommunikation der Bischöfe durch Rom als „extrem unvernünftig und unhöflich“. In Umdrehung der Verhältnisse verkündet das Büro, die chinesische katholische Kirche sei seit 1950 dazu gezwungen, Bischöfe selbst zu ernennen. Nicht erwähnt wird, dass Chinas Katholiken nach der kommunistischen Machtübernahme gezwungen wurden, sich vom Papst loszusagen. Daraufhin spaltete sich eine „Untergrundkirche“ von der offiziellen Kirche ab, die dem Papst die Treue hielt. Die Bischöfe der Untergrundkirche sind vom Papst ernannt worden. Sie gelten für die chinesischen Behörden als illegal. Viele ihrer Priester und Bischöfe sind in Haft.

Nach offiziellen Angaben hat die katholische Kirche 5,7 Millionen Gläubige, nach inoffiziellen etwa zwölf Millionen, die Zahl der Gläubigern im Untergrund wird ebenfalls auf mehr als zehn Millionen geschätzt. Priester und Gläubige sowohl in der Untergrundkirche als auch in der offiziellen Kirche stürzt die prekäre Situation in Gewissenskonflikte. Sollen sie den staatlichen Anordnungen folgen oder sich an Rom orientieren? Eine stillschweigende Übereinkunft, nach der in China Kandidaten zu Bischöfen geweiht werden, die sowohl von Rom als auch von den chinesischen Behörden anerkannt werden, scheint aufgegeben worden zu sein.

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Politische Korrespondentin für Ostasien.

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