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Chile Hausarrest für Pinochet erneuert

05.01.2005 ·  Der frühere chilenische Diktator Pinochet bleibt auch nach seiner schweren Krankheit im Visir der Justiz des südamerikanischen Landes. Abermals wurde er unter Hausarrest gestellt und gilt als verhandlungsfähig.

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Der frühere chilenische Diktator Augusto Pinochet ist am Mittwoch im Rahmen des Strafprozesses gegen ihn abermals unter Hausarrest gestellt worden. Das ordnete der Richter Juan Guzmán an, der dem 89jährigen Mord und Entführung im Zusammenhang mit der Aktion Condor während der Diktatur (1973-1990) vorwirft. Pinochet, dessen Einspruch gegen die Anklage am Vortag vom Obersten Gericht zurückgewiesen worden war, darf seinen Landsitz in Los Boldos, 130 Kilometer nordwestlich von Santiago am Pazifik gelegen, nun nicht mehr verlassen.

Pinochet hatte bereits vom 31. Januar bis zum 12. März 2001 unter Hausarrest gestanden, als Guzmán ihn wegen der Ermordung inhaftierter Regimegegner durch die sogenannte Todeskarawane unter Anklage gestellt hatte. Damals wurde das Verfahren jedoch wegen Verhandlungsunfähigkeit Pinochets eingestellt. Ob es dieses Mal zu einem Prozeß kommt, ist wegen angekündigter Rechtsmittel der Verteidigung und angesichts des hohen Alters Pinochets völlig offen. Zudem war der frühere Diktator erst vor wenigen Tagen nach einer angeblich lebensgefährlichen Erkrankung aus einer Militärklinik entlassen worden.

Amnesty: Schritt in Richtung Gerechtigkeit

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hält es für vorbildlich, daß sich Pinochet nun doch noch vor Gericht verantworten soll. Amnesty bezeichnete Entscheidung des Obersten Gerichtshofs in London als einen „entscheidenden Schritt in Richtung Gerechtigkeit“. Die strafrechtliche Verfolgung Pinochets sei ein Vorbild für andere Regierungen Südamerikas, die sich in den siebzigerr und achtziger Jahren ebenfalls „schrecklichster Menschenrechtsverletzungen“ schuldig gemacht hätten.

Untersuchungsrichter Guzmán wirft Pinochet Entführung in neun Fällen und einen Mord im Rahmen der „Aktion Condor“ vor. Mit ihr hatten mehrere Militärdiktaturen Südamerikas in den siebziger Jahren unter Führung Chiles den Staatsterror gegen Regimegegner grenzübergreifend organisiert und zahlreiche Menschen verschleppt und später umgebracht.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa, Reuters
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