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Mutmaßlicher Giftgasanschlag : Chemiewaffen-Inspekteure beginnen Tests in Douma

  • Aktualisiert am

Syrer nach einer mutmaßlichen Giftgasattacke in Douma Bild: AFP

Die Inspektoren der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen sollen in der Stadt bei Damaskus Belege für einen Giftgasangriff suchen. Das Regime verkündet unterdessen Jubelmeldungen.

          Die Chemiewaffenfachleute der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) haben mit der Untersuchung des mutmaßlichen Giftgasangriffes im syrischen Douma begonnen. Das Team habe am Samstag in der Stadt bei Damaskus Proben genommen, die nun in Rijswijk in den Niederlanden analysiert werden sollten, teilte die OPCW mit. Die Inspektoren sollen vor Ort nach Belegen für einen vom Westen vermuteten Einsatz von Chemiewaffen am 7. April in Duma bei Damaskus suchen. Der Urheber soll dabei aber nicht ermittelt werden.

          Die Organisation ließ offen, die Experten noch einmal nach Douma fahren würden. Die Fachleute der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) hatten tagelang auf den Einsatz warten müssen – als Grund wurden Sicherheitsprobleme genannt. Der Westen vermutet, die syrischen Regierung und ihre Schutzmacht Russland wollten die Untersuchung verschleppen.

          Westliche Diplomaten gehen davon aus, dass inzwischen alle Beweise am Ort des Angriffs beseitigt wurden, so dass die OPCW-Mission nur schwerlich gesicherte Erkenntnisse bringen werde.

          Der Westen beschuldigt die syrische Staatsführung, in der Rebellen-Bastion Douma international geächtete Chemiewaffen eingesetzt zu haben. Bei dem Angriff wurden nach Angaben örtlicher Helfer mindestens 40 Menschen getötet. Kurz darauf willigten die Rebellen in einen Abzug aus der Stadt ein.

          In der Nacht zum 14. April bombardierten die Vereinigten Staaten, Frankreich und Großbritannien mehrere Standorte der syrischen Chemiewaffenproduktion, um die syrische Führung am weiteren Einsatz dieser Waffen zu hindern. Syrien und sein Verbündeter Russland warfen dem Westen daraufhin Bruch des Völkerrechts vor.

          Im Nordosten der Hauptstadt Damaskus haben derweil tausende Aufständische am Samstag drei Ortschaften geräumt. Die Rebellen und ihre Angehörigen wurden mit Bussen aus den Orten Ruhaiba, Nassirija und Dschairud in der Region Ost-Kalamun in den Norden des Landes gebracht, wie die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete.

          Die Evakuierung erfolgte demnach auf Grundlage eines Abkommens zwischen den Rebellen und der Regierung. Dieses sehe vor, dass die Aufständischen vor ihrer Abreise ihre schweren und mittelschweren Waffen sowie ihre Munitionsdepots übergeben.

          Das Staatsfernsehen zeigte Bilder von Bussen und berichtete, von dem Abkommen seien 3200 „Terroristen“ und ihre Familien betroffen. Ruhaiba liegt rund 60 Kilometer nordöstlich von Damaskus, die beiden anderen Ortschaften liegen mehrere Kilometer weiter nördlich.

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