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Bush in Dänemark „Totale Transparenz“ in Guantánamo

06.07.2005 ·  Kurz vor dem G-8-Gipfel hat der amerikanische Präsident bei seiner Stippvisite in Kopenhagen das Gefangenenlager für islamistische Terrorverdächtige auf Kuba verteidigt. Die Häftlinge würden „menschlich behandelt“.

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Der amerikanische Präsident George W. Bush hat am Mittwoch die Haftbedingungen in Guantánamo verteidigt. Die Häftlinge würden in dem Lager auf Kuba gut behandelt, sagte Bush in Kopenhagen.

Bei seinem Treffen mit dem dänischen Ministerpräsidenten Anders Fogh Rasmussen in Marienborg betonte Bush, die Gefangenen würden „menschlich behandelt“. Außerdem gebe es eine „totale Transparenz“ über die Lager-Bedingungenen. „Das Internationale Rote Kreuz kann jederzeit, jeden Tag kontrollieren. Und auch die internationale Presse ist eingeladen, nach Guantánamo zu kommen“, sagte der amerikanische Präsident.

Mißbrauch zugegeben

In einem von der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in Auftrag gegebenen Bericht werden die Vereinigten Staaten aufgefordert, Guantánamo zu schließen. Grund: Die Behandlung der dort inhaftierten rund 500 Terrorismus-Verdächtigen schüre den Hass auf den Westen und fördere die Extremistengruppe Al Qaida.

Im Juni hatte das amerikanische Militär den Mißbrauch des Korans durch Wachleute in dem Gefängnis eingeräumt. Moslems betrachten das Buch als Heiligtum und Wort Gottes und seine abwertende Behandlung als Sakrileg.

Neue Energiequellen

Auch der G-8-Gipfel war Thema der Gespräche zwischen Bush und Rasmussen. Zum Klimawandel erklärte der amerikanische Präsident, die Industrie müsse von fossilen Brennstoffen auf andere Energiequellen umsteigen. Die Zukunft liege bei wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen.

Bush wurde in Marienborn mit einem Ständchen zu seinem 59. Geburtstag begrüßt. Nach einem Mittagessen mit Königin Margrethe wollte der US-Präsident weiter nach Schottland zum G-8-Gipfel reisen.

Protestveranstaltungen geplant

Bereits vor Bushs Ankunft am Dienstag abend hatten rund 200 Menschen vor der amerikanischen Botschaft in Kopenhagen demonstriert. Vor dem Gebäude waren am Mittwoch mehrere Protestveranstaltungen geplant. Die Organisatoren rechneten mit rund 20.000 Teilnehmern.

Für Bushs Besuch waren mehr als 2.000 Polizisten abbestellt. Dänemark hat sich sowohl an den Kriegen in Afghanistan als auch im Irak beteiligt, wo derzeit etwa 500 dänische Soldaten stationiert sind.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa, AP
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