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Bush in Bagdad Schuhwürfe und Schuldzuweisungen

 ·  Werft Schuhe, keine Bomben - nachdem ein irakischer Journalist den aus dem Amt scheidenden amerikanischen Präsidenten Bush mit seinen Schuhen beworfen hatte, gingen im Bagdader Stadtteil Sadr City Hunderte auf die Straße und drohten mit weiteren Schuhwürfen.

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Mit seinem Schuhwurf auf den scheidenden amerikanischen Präsidenten George W. Bush ist ein irakischer Journalist in seinem Land zur Berühmtheit geworden. Die Bewegung des radikalen Schiitenpredigers Muqtada Sadr lobte am Montag die „spontane Aktion eines irakischen Bürgers, der seine Unzufriedenheit gezeigt hat“.

Im Bagdader Stadtteil Sadr City gingen Hunderte Menschen auf die Straße und drohten Bush mit weiteren Schuhwürfen. Auf zwei vorbeikommende Fahrzeuge der amerikanischen Armee prasselte reihenweise Schuhe nieder.

Der Fernsehjournalist Muntaser el Saidi hatte den amerikanischen Präsidenten bei einer Pressekonferenz am Sonntag mit seinen Schuhen beworfen, sein Ziel allerdings verfehlt. Dabei rief er: „Dies ist dein Abschiedskuss, du Hund!“. (Siehe Video!)

Video: Bush fordert Türkei auf, den Irak schnell zu verlassen

„Schändlicher Akt“

Die irakische Regierung verurteilte die Attacke als „schändlichen Akt“ und forderte Saidis Arbeitgeber, den Privatsender El Bagdadia zu einer Entschuldigung auf. Die Verantwortlichen des Senders verlangten von den Behörden dagegen die sofortige Freilassung Saidis und beriefen sich dabei auf die „Demokratie und Meinungsfreiheit, die die amerikanische Regierung dem irakischen Volk versprochen hat“.

Der Besuch am Sonntag war Bushs vierter und letzter im Irak, bevor er am 20. Januar die Amtgeschäfte an seinen Nachfolger Barack Obama übergibt. Am Montag reiste er nach Afghanistan weiter. In Bagdad war Bush mit dem irakischen Präsidenten Dschalal Talabani und dessen beiden Stellvertretern zusammengetroffen. Er bewundere die Politiker für ihren Mut und ihre Entschlossenheit, sagte Bush. Talabani erklärte, Bush sei „ein großer Freund“ des Iraks, der geholfen habe, das Land zu befreien.

Rest-Truppen in größeren Städten

Bush war nur einen Tag nach dem amerikanischen Verteidigungsminister Robert Gates nach Bagdad gekommen. Gates rief die Nahost-Staaten auf, die irakische Regierung und den Kampf gegen den Terror verstärkt zu unterstützen. Ein stabiler Irak könne in der Region eine wichtige Rolle spielen, sagte Gates, der unter Obama Verteidigungsminister bleiben wird.

Dem irakischen Verteidigungsministerium nach könnten einige amerikanischen Truppen auch nach dem 30. Juni noch in größeren Städten bleiben. Dazu brauchten sie dann aber eine Sondergenehmigung der irakischen Regierung. Ministerpräsident al Maliki wies allerdings eine Bemerkung seines Regierungssprechers zurück, wonach die amerikanischen Truppen möglicherweise noch weitere zehn Jahre im Irak gebraucht würden. Diese Äußerung sei ausschließlich die persönliche Ansicht von Ali al Dabbagh und stehe nicht für die Haltung der Regierung, sagte Al-Maliki am Samstag.

Al Dabbaghs Bemerkung in Washington hatte die Debatte über das bilaterale Sicherheitsabkommen neu angeheizt. Dieses muss im Irak noch in einer für Ende Juli anberaumten Volksabstimmung gebilligt werden.

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