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Bundespräsident in Afghanistan Gauck mahnt weitere Demokratisierung an

 ·  Bei seinem Treffen in Kabul sichert Bundespräsident Gauck dem afghanischen Präsidenten Karzai deutsche Hilfe auch nach dem Truppenabzug zu, mahnt aber zugleich Fortschritte bei der Demokratisierung des Landes an.

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© Reuters Vergrößern Der afghanische Präsident Karzai begrüßt Bundespräsident Gauck: „Wir glauben, dass ein dauerhafter Frieden möglich ist.“

Afghanistan wird auch nach dem Truppenabzug Ende 2014 mit umfangreicher deutscher Hilfe rechnen können. Das versicherte Bundespräsident Joachim Gauck am Dienstag in Kabul dem afghanischen Präsidenten Hamid Karzai. „Wir wollen nicht in den Verdacht geraten, dass wir unsere Freundschaft vergessen würden. Wir lassen Afghanistan nicht im Stich“, sagte Gauck. Afghanistan kann ab 2015 mit Hilfszusagen von 450 Millionen Euro pro Jahr rechnen. „Wir glauben, dass ein dauerhafter Frieden möglich ist“, sagte Gauck nach dem Treffen mit Karzai.

Zugleich mahnte Gauck Fortschritte bei der Demokratisierung des Landes und der Achtung der Menschenrechte an. Besonders sprach er die Gleichstellung der Frauen im Land an. „Der Prozess der Demokratisierung muss sich weiter fortsetzen“, sagte er. Afghanistan sei eine Transformationsgesellschaft, die bei der Ausgestaltung der Demokratie noch Fortschritte machen müsse. Er erwarte, „dass sich die afghanische Seite ins Bewusstsein ruft, welche Verpflichtungen sie eingegangen ist“, sagte der Bundespräsident. 

Das Thema Korruption sprach Gauck nicht direkt an. Er wies aber darauf hin, dass die dringend notwendige wirtschaftliche Entwicklung des Landes auch Rechtssicherheit und ein günstiges Informationsklima erfordere.

„Kämpfer für die Freiheit“

Am Nachmittag (Ortszeit) sollte Gauck mit islamischen Religionsgelehrten zusammentreffen. Karzai dankte Deutschland für die Unterstützung und würdigte Gauck als engagierten Kämpfer für die Freiheit. Er verlieh dem Bundespräsidenten den Sonnenorden, eine der höchsten Auszeichnungen des Landes.

Zuvor war Gauck im Präsidentenpalast mit militärischen Ehren empfangen worden. 2010 und 2011 hatten bereits Gaucks Vorgänger Horst Köhler und Christian Wulff das Land besucht. Köhler traf damals nicht mit dem afghanischen Präsidenten Karzai zusammen, Wulff hingegen besuchte den Palast.

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© dapd Vergrößern Besuch bei den Soldaten: Bundespräsident Gauck am Dienstagmorgen beim Frühstück in der Kantine des Camp Marmal in Mazar-i-Scharif

Gauck war am Montag zu seinem dreitägigen Besuch in Afghanistan gelandet. Im Feldlager in Mazar-i-Scharif, in dem etwa 2000 der 4500 Bundeswehr-Soldaten am Hindukusch stationiert sind, dankte er deutschen Soldaten, Polizisten und Entwicklungshelfern für ihren Einsatz. Eine Woche vor Weihnachten sei dieser Dank besonders groß, sagte er. Begleitet wird Gauck von seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt.

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18.12.2012, 11:57 Uhr

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Von Reinhard Veser

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