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Symbol für Integration : Bürgermeister in Italien festgenommen

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Der Bürgermeister des kleinen italienischen Fischerdorfes Riace, Domenico Lucano, hält in der Semperoper den „Dresdner Friedenspreis 2017“ in den Händen. Lucano erhielt die Auszeichnung für sein Engagement für Flüchtlinge. Nun wurde er festgenommen. (Archivfoto) Bild: dpa

Für gelungene Integration von Flüchtlingen wurde Domenico Lucano europaweit bekannt. Jetzt ist der Bürgermeister des Dorfes Riace festgenommen worden. Ihm wird vorgeworfen, illegale Einwanderung zu begünstigen.

          Ein für Toleranz und gelungene Integration bekannter Bürgermeister eines süditalienischen Dorfs ist festgenommen worden. Domenico „Mimmo“ Lucano aus Riace in Kalabrien wird Begünstigung illegaler Einwanderung vorgeworfen, teilte die Finanzpolizei am Dienstag mit. Er wurde unter Hausarrest gestellt. Die Ermittler werfen ihm unter anderem vor, dass er zusammen mit seiner Partnerin Ehen zwischen Migranten und Einwohnern organisiert haben soll.

          Lucano ist auch international bekannt geworden, weil er Hunderte Migranten in der Gemeinde mit weniger als 2000 Einwohnern untergebracht hatte. Sie lebten unter anderem in leerstehenden Häusern. Vergangenes Jahr bekam Lucano auch den Dresdner Friedenspreis, der mit 10.000 Euro dotiert ist.

          Linkspolitiker und Menschenrechtsaktivisten kritisierten die Festnahme als politisch motiviert. „Die Regierung geht mit dieser juristischen Ermittlung (...) den ersten Schritt der Verwandlung von einer Demokratie in einen autokratischen Staat“, erklärte der Anti-Mafia-Autor Roberto Saviano, der sich für Rechte von Migranten einsetzt.

          In Italien regiert seit Juni eine Koalition aus rechtspopulistischer Lega und Fünf-Sterne-Protestbewegung, die einen harten Anti-Migrations-Kurs fährt. Lega-Chef Matteo Salvini höhnte nach der Festnahme auf Facebook: „Wer weiß, was jetzt Saviano und alle anderen Gutmenschen sagen, die Italien wieder mit Migranten füllen wollen.“

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