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Bürgerkrieg in Syrien : Opposition gibt Amerika Mitschuld an Assads „Verbrechen“

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Ein Mitglied der syrischen Weißhelme trägt ein Opfer des mutmaßlichen Giftgasanschlags Bild: dpa

Die Äußerungen der amerikanischen Regierung über die Zukunft Assads begünstigten dessen „Verbrechen“: Die syrische Opposition erhebt schwere Vorwürfe gegen die Vereinigten Staaten.

          Nach dem mutmaßlichen Giftgasangriff in Syrien hat die syrische Opposition den Vereinigten Staaten eine Mitschuld an den „Verbrechen“ von Machthaber Baschar al Assad gegeben. Die Äußerungen der amerikanischen Regierung über die Zukunft Assads begünstigten dessen „Verbrechen“, sagte der Vize-Präsident der Nationalen Syrischen Koalition Abdulhakim Baschar am Mittwoch in Istanbul. Die amerikanische Regierung unternehme nichts, „um das Regime zu beseitigen, welches das syrische Volk unterdrückt“.

          Washington nehme „eine Zuschauerposition ein und gibt Erklärungen ab, die dem Regime die Möglichkeit geben, neue Verbrechen zu begehen“, sagte Baschar. Amerikas Außenminister Rex Tillerson hatte vergangene Woche bei einem Besuch in Ankara gesagt, das syrische Volk müsse selbst über die Zukunft Assads entscheiden. Das bedeutete eine Abkehr von der Position des früheren Präsidenten Barack Obama, der stets gefordert hatte, dass Assad seine Macht abgibt.

          Auch für die syrische Opposition ist der Abtritt Assads eine Voraussetzung für jede politische Neuordnung des Landes. Der Oppositionsvertreter Baschar forderte eine UN-Resolution, „die alle Verbrecher, die für das Massaker gestern verantwortlich sind, zur Rechenschaft zieht“. Die Vereinigten Staaten, Frankreich und Großbritannien wollen eine Resolution in den UN-Sicherheitsrat einbringen, die den Angriff in der Provinz Idlib verurteilt und Ermittlungen fordert.

          Bei dem mutmaßlichen Giftgasangriff auf die von Rebellen kontrollierte Kleinstadt Chan Scheichun waren am Dienstagmorgen laut Aktivisten mindestens 72 Menschen getötet worden, unter ihnen Dutzende Kinder und Frauen. Mehr als hundert Menschen wurden demnach verletzt. Der türkische Gesundheitsminister Recep Akdag sagte, 30 Verletzte seien in die Türkei gebracht worden. Sie würden von einem Spezialteam in Reyhanli in der Provinz Hatay behandelt. Akdag sagte zudem, die Türkei habe „Hinweise darauf, dass der Angriff in Idlib ein Chemiewaffenangriff war“. Die entsprechenden Informationen würden an die Weltgesundheitsorganisation übergeben.

          Russland hatte hingegen am Mittwoch das syrische Regime in Schutz genommen. Es habe sich nicht um einen Angriff mit chemischen Waffen gehandelt, teilte das Verteidigungsministerium mit. Nach Moskauer Lesart hat die syrische Luftwaffe bei ihrem Angriff auf ein großes Munitionslager von „Terroristen“ in Chan Scheichun eine Chemiewaffenfabrik getroffen.

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