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Ehemaliger Ukip-Chef : Farage kann sich zweites Brexit-Referendum vorstellen

  • Aktualisiert am

Nigel Farage: EIn zweites Brexit-Referendum? Bild: Reuters

Der EU-Austritt ist in Großbritannien nach wie vor umstritten. Einen überraschenden Vorschlag macht nun einer der größten Brexit-Befürworter. Doch Premierministerin May wiegelt ab.

          Der ehemalige Chef der EU-feindlichen britischen Ukip-Partei, Nigel Farage, will unter Umständen erneut über den Ausstieg seines Landes aus der Europäischen Union abstimmen lassen. Das sagte Farage am Donnerstag in einer Talkshow des britischen TV-Senders Channel 5.

          Mit dem Vorschlag will Farage der anhaltenden Kritik an dem Ausstieg ein für alle Mal ein Ende bereiten. „Sie werden weiterhin jammern, heulen und klagen, den ganzen Prozess hindurch“, sagte Farage über EU-freundliche Politiker in seinem Land.

          „Vielleicht – nur vielleicht – erreiche ich den Punkt, dass ich denke, wir sollten eine zweite Volksabstimmung über die EU-Mitgliedschaft haben.“ Das würde die Debatte „abtöten“, so Farage. „Der Prozentsatz, der für den Austritt stimmen würde, wäre beim nächsten Mal sehr viel größer.“

          Premierministerin Theresa May bezeichnete den Vorschlag Farages als „Verrat“ an den 52 Prozent der Briten, die für den Brexit gestimmt hatten. Ihr Sprecher James Slack versicherte am Donnerstag, es werde kein zweites Referendum geben.

          Lord Mark Malloch Brown, der Vorsitzende der Anti-Brexit-Organisation „Best for Britain“, zeigte sich unterdessen erfreut. Großbritannien brauche ein zweites Referendum, die katastrophalen Folgen des Brexits für Wirtschaft, Arbeitsplätze und die Gesellschaft zeigten sich jeden Tag deutlicher. „Meine Botschaft ist klar: Bringt ein zweites Referendum auf den Weg“, zitierte der britische „Telegraph“ Brown.

          Die Briten hatten sich im Juni 2016 mit knapper Mehrheit für einen Austritt aus der EU entschieden. Farage gehörte zu den prominentesten Brexit-Befürwortern. Er hat dem Ziel seine ganze Karriere gewidmet und zeigt sich immer wieder besorgt, der Brexit könnte noch verhindert werden. Im März 2019 soll Großbritannien aus der Staatengemeinschaft ausscheiden.

          Quelle: fraw./dpa

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