http://www.faz.net/-gpf-95syj

Ehemaliger Ukip-Chef : Farage kann sich zweites Brexit-Referendum vorstellen

  • Aktualisiert am

Nigel Farage: EIn zweites Brexit-Referendum? Bild: Reuters

Der EU-Austritt ist in Großbritannien nach wie vor umstritten. Einen überraschenden Vorschlag macht nun einer der größten Brexit-Befürworter. Doch Premierministerin May wiegelt ab.

          Der ehemalige Chef der EU-feindlichen britischen Ukip-Partei, Nigel Farage, will unter Umständen erneut über den Ausstieg seines Landes aus der Europäischen Union abstimmen lassen. Das sagte Farage am Donnerstag in einer Talkshow des britischen TV-Senders Channel 5.

          Mit dem Vorschlag will Farage der anhaltenden Kritik an dem Ausstieg ein für alle Mal ein Ende bereiten. „Sie werden weiterhin jammern, heulen und klagen, den ganzen Prozess hindurch“, sagte Farage über EU-freundliche Politiker in seinem Land.

          „Vielleicht – nur vielleicht – erreiche ich den Punkt, dass ich denke, wir sollten eine zweite Volksabstimmung über die EU-Mitgliedschaft haben.“ Das würde die Debatte „abtöten“, so Farage. „Der Prozentsatz, der für den Austritt stimmen würde, wäre beim nächsten Mal sehr viel größer.“

          Premierministerin Theresa May bezeichnete den Vorschlag Farages als „Verrat“ an den 52 Prozent der Briten, die für den Brexit gestimmt hatten. Ihr Sprecher James Slack versicherte am Donnerstag, es werde kein zweites Referendum geben.

          Lord Mark Malloch Brown, der Vorsitzende der Anti-Brexit-Organisation „Best for Britain“, zeigte sich unterdessen erfreut. Großbritannien brauche ein zweites Referendum, die katastrophalen Folgen des Brexits für Wirtschaft, Arbeitsplätze und die Gesellschaft zeigten sich jeden Tag deutlicher. „Meine Botschaft ist klar: Bringt ein zweites Referendum auf den Weg“, zitierte der britische „Telegraph“ Brown.

          Die Briten hatten sich im Juni 2016 mit knapper Mehrheit für einen Austritt aus der EU entschieden. Farage gehörte zu den prominentesten Brexit-Befürwortern. Er hat dem Ziel seine ganze Karriere gewidmet und zeigt sich immer wieder besorgt, der Brexit könnte noch verhindert werden. Im März 2019 soll Großbritannien aus der Staatengemeinschaft ausscheiden.

          Weitere Themen

          Stolz, Zweiter zu sein Video-Seite öffnen

          Weltweite Freude von Kroaten : Stolz, Zweiter zu sein

          Es war das erste Mal, dass das Land ein Finale der Fußballweltmeisterschaft erreichte. Auch wenn die Partie gegen Frankreich verloren wurde, freut sich eine ganze Nation über das Abschneiden der Mannschaft.

          Trump will 2020 wieder zur Wahl antreten Video-Seite öffnen

          Laut Interview : Trump will 2020 wieder zur Wahl antreten

          Am Rande seines Besuchs in Großbritannien hat der amerikanische Präsident Donald Trump in einem Interview gesagt, er wolle sich 2020 abermals zur Wahl aufstellen lassen. Anhänger rechter Organisationen feierten ihn in London.

          Topmeldungen

          Krise bei Thyssen-Krupp : Gute Manager ohne Rückhalt

          Dass Vorstands- und Aufsichtsratschef eines Konzerns kurz nacheinander entnervt hinwerfen, kommt nicht alle Tage vor. Ein anderer Rücktritt hätte Thyssen-Krupp besser getan. Ein Kommentar.
          Ein Junge liest während des islamischen Religionsunterrichts in einem Schulbuch. (Symbolbild)

          Islam als Unterrichtsfach : Kretschmann kritisiert türkische Verbände

          In Baden-Württemberg ist der Versuch gescheitert, aus Modellprojekten zum islamischen Religionsunterricht ein reguläres Schulfach zu entwickeln. Ministerpräsident Winfried Kretschmann will das Projekt retten – auf einer völlig neuen Grundlage.

          Trump zieht Bilanz : Treffen mit Putin besser als der Nato-Gipfel

          Donald Trump hat seine Europareise als Erfolg verkauft. Das Treffen mit Russlands Präsident Wladimir Putin sei dabei sogar noch besser gelaufen als der Nato-Gipfel. Wegen möglicher Zölle auf Autos aus der EU soll es zu einem Treffen mit Juncker kommen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.