19.06.2012 · In Rio hat der UN-Umweltgipfel begonnen. Dort wird sich auch Brasilien für Umweltsünden verantworten müssen. Im Norden etwa, an einem Nebenfluss des Amazonas, wird ein riesiges Wasserkraftwerk gebaut. Eingeborene sehen sich bedroht.
Von Josef Oehrlein, BrasíliaRichtlinien für Lesermeinungen
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Die Definition von Lebensqualitaet weicht von Mensch zu Mensch stark ab
Ich kenne die Verhaeltnisse am Amazonas und auch dort gibt es
verschiedene Auffassungen
von Lebensqualitaet, aber ich kann ihnen versichern, dass die grosse
Mehrheit unter Lebens-
qualitaet aehnliches versteht als in Europa und anderswo. Die Umstaende
am Amazonas sind
nicht so paradiesisch, wie manche Leute glauben. Eines der Probleme der
Regierung ist, wie
sie auf die Toetung von jaehrlich hunderten von Neugeborenen zu
reagieren hat, die von
den Eingeborenen regelmaessig vorgenommen werden.
Lustig wie sie die Lebensqualität der Menschen verbessern wollen, ohne wirklich zu wissen was Lebensqualität für die dort lebenden Menschen bedeutet. Vielleicht haben sie ein anderes Verständnis von Lebensqualität; doch das wird natürlich nicht beachtet.
Die Natur hat mit der Spezies Mensch etwas hervorgebracht, welches unzweifelhaft auf Selbstzerstörung ausgelegt ist, wie überall festgestellt und zu jeder Zeit überprüft werden kann. Wo der Mensch in Überzahl auftaucht, zerstört er die Natur und zieht sich so unweigerlich selbst den Boden unter seinen Füssen weg.Schon die schiere Anzahl Menschen, lässt die Welt in naher Zukunft aus allen Nähten platzen. Die jetzigen Probleme sind wegen der Unzahl von Interessens- und Machtkonflikten bereits nicht mehr lösbar und werden dannzumal erst recht nicht mehr gelöst werden können. Jedoch: Die Hoffnung stirbt allemal zuletzt!
heißt ein Buchtitel der sich mit den Veränderungen in Deutschland der letzten 200Jahre(?) beschäftigt. Die Brasilianer dürfen mit Ihrer Natur das gleiche machen was die Deutschen mit Ihrer Natur gemacht haben, ich sehe nicht das wir das Recht hätten den Brasilianern vorzuschreiben was sie zu tun haben. uU ist es auch nur Alltagsrassismus wenn wir glauben alles besser zu wissen. Ich halte es darüber hinaus für groben Unfug einen Zoo bestimmte Bevölkerungsgruppen eirichten zu wollen. Wenn die Brasilianer mögen richten sie ein paar Naturschutzgebiete ein mit dem Wissen das der einzelne Mensch selbst ein Teil der Natur ist.
Deutschland: täglich (!!!) Fläche von 200 Fußballfeldern verbaut
Da erscheinen 48 Maracana-Stadien für ein einmaliges Riesenprojekt eher gering. Leider ist es kein einmaliges Projekt, sondern die offenen Wunden werden in den glücklicherweise immer noch sehr großen Amazonas-Urwald an vielen, vielen kleinen Stellen permanent und ohne Unterlass immer tiefer hineingetrieben.
Bei uns sollen in großem Umfang erneuerbare Energien her, auch wenn weder Platz noch Sonne etc. vorhanden sind. In Brasilien aber, wo alles vorhanden ist, ist der Staudamm natürlich pöses Machwerk. Was wollt ihr denn, ihr lieben Grünen?
stehen in ihrer großen Mehrheit zu diesem Projekt.
Übrigens auch (fast) alle "Indigenen". Die meisten
Indigenen wollen nichts anderes als (fast) alle anderen: eine gut
bezahlte Arbeit, eine gute Schulbildung für die Kinder, ein Haus
mit elektrischen Küchengeräten, Internet, ein Auto oder einen
Motorroller, Urlaub, einen Flachbildschirmfernseher, etc.
Die wenigen Indigenen, die so leben wollen wie ihre Vorfahren, sind eine
winzige MInderheit.
.
Komisch ist es auch, das Umweltschützer aus den USA und Europa, die
ihre Energie überwiegend aus Kernkraft oder Kohle erzeugen, gegen
Wasserkraft sind.
Immerhin laesst die FAZ auch positive Meinungen zu Wort kommen
Die meisten Artikel dieser Art sind reine Folklore. 238 ha Regenwald
werden gerodet - das
entspricht einer Flaeche von 1000 x 2380 m! "Unser Fluss trocknet
aus!" Ein Stauwerk erbringt
genau das Gegenteil - der Flusslauf wird reguliert. Und in der Talsperre
werden xmal mehr Fische
leben als vorher im Flusslauf. Natuerlich bringt das Projekt auch
Veraenderungen, aber das ist
nun mal der Preis fuer die Produktion von erneuerbarer Energie. Den
Menschen in der Region
wird es garantiert besser gehen, aber Widerstand gegen Veraenderungen
wird es immer geben.
Josef Oehrlein Jahrgang 1949, politischer Korrespondent für Lateinamerika mit Sitz in Buenos Aires.
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