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Boston : Trump lobt Antirassismus-Demo

  • Aktualisiert am

Der amerikanische Präsident Donald Trump und seine Frau Melania Bild: AFP

Der amerikanische Präsident stellt sich nach der starken Kritik an seinem Umgang mit Rechtsextremisten nun auf die Seite von Rassismusgegnern: „Ich möchte den vielen Protestierenden applaudieren.“

          Der amerikanische Präsident Donald Trump hat die Demonstranten in Boston dafür gelobt, in Massen „gegen Bigotterie und Hass“ auf die Straße gegangen zu sein. Eine Woche nach der Eskalation der Gewalt in Charlottesville protestierten am Samstag in Boston an der Ostküste Zehntausende Menschen friedlich gegen Rassismus und Hetze. Trump, der wegen relativierender Äußerungen über die rechtsextremen Auswüchse von Charlottesville in die Kritik geraten war, schlug sich via Twitter auf ihre Seite: „Ich möchte den vielen Protestierenden in Boston applaudieren, die ihre Stimme gegen Bigotterie und Hass erheben“, schrieb der Republikaner. „Unser Land wird bald als ein geeintes zusammenkommen!“

          Trump würdigte auch den Einsatz der Polizei. „Sieht so aus, als seien viele Anti-Polizei-Agitatoren in Boston“, schrieb er. „Die Polizei wirkt hart und geschickt.“

          In Charlottesville war es bei einer Demonstration von weißen Nationalisten und Neonazis zu Zusammenstößen mit Gegendemonstranten gekommen. Ein mutmaßlicher Rechtsextremist steuerte sein Auto in eine Gruppe von Anti-Rassismus-Demonstranten und tötete eine Frau. Trump machte danach beide Seiten gleichermaßen für die Gewalt verantwortlich. „Unser großartiges Land ist seit Jahrzehnten geteilt“, so Trump am Samstag in einem weiteren Tweet. „Manchmal muss man protestieren, um zu heilen und wir werden heilen und stärker sein als je zuvor!“

          Der Protestmarsch in Boston, an dem nach Schätzungen der Polizei bis zu 40.000 Menschen teilnahmen, richtete sich zugleich gegen eine – bei weitem kleinere – Kundgebung, die zur selben Zeit in einem Park der Stadt stattfand. Während diese nach Angaben der Organisatoren dazu diente, für das Recht auf freie Meinungsäußerung einzutreten, sahen die Gegendemonstranten rechtsextreme Motive hinter der Versammlung.

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