17.04.2009 · In Bolivien ist nach Angaben der Regierung eine Terrorgruppe zerschlagen worden, die Präsident Evo Morales ermorden wollte. Eine Polizeieinheit am Donnerstag in einem Hotel der Stadt Santa Cruz drei Mitglieder der mutmaßlichen Terrorgruppe - unter den Toten sollen mehrere Europäer sein.
In Bolivien ist nach Angaben der Regierung eine Terrorgruppe zerschlagen worden, die Präsident Evo Morales ermorden wollte. Eine Sondereinheit der Polizei tötete am Donnerstag in einem Hotel der Stadt Santa Cruz drei Mitglieder der mutmaßlichen Terrorgruppe. Zwei weitere seien festgenommen worden. „Diese Terroristen wollten Attentate gegen den Vizepräsidenten und gegen Evo Morales verüben“, sagte Morales, der erste gewählte Indio-Präsident des südamerikanischen Landes, am Rande eines Besuchs in Venezuela.
Über mögliche Motive oder Hintermänner wurde zunächst nichts bekannt. Morales bezichtigte die rechte Opposition, für die Ereignisse verantwortlich zu sein. Die von La Paz, dem Sitz der Regierung, entsandte Sondereinheit der Polizei war am frühen Morgen in das Hotel „Las Américas“ in Santa Cruz eingedrungen. Als die Verdächtigen die Beamten bemerkten, hätten sie das Feuer eröffnet und auch Sprengstoff eingesetzt, teilte der nationale Polizeichef Víctor Hugo Escobar mit. Das Feuergefecht soll rund eine halbe Stunde gedauert haben.
Mindestens zwei tote Europäer
Bei den Toten handelt es sich nach neuen Angaben um einen Iren, einen Rumänen und einen Bolivianer. Vizepräsident Alvaro García Linera sprach auch von Kroaten. Zunächst war von einem Ungarn berichtet worden. Die Polizei habe zudem auf einem Messegelände der größten Stadt des Landes, die zugleich Hochburg der Opposition ist, ein großes Waffenarsenal sicher gestellt.
Die Terrorgruppe wurde auch verdächtigt, am Vortag einen Bombenanschlag auf das Haus des Erzbischofs Julio Terraza in Santa Cruz verübt zu haben. Er steht in Opposition zu Morales. Auch der oppositionelle Präfekt von Santa Cruz, Rubén Costas, habe Ziel eines Anschlags der zerschlagenen Terrorgruppe werden sollen, berichtete die Zeitung „El Deber“ aus Santa Cruz.