http://www.faz.net/-gpf-11x85

Bobby Jindal : Die republikanische Antwort

Politische Gegner auf Augenhöhe? Barack Obama und Bobby Jindal (im Dezember 2008) Bild: AP

Er gilt als politisches Wunderkind, Hoffnungsträger der Republikaner und möglicher Präsidentschaftskandidat im Jahr 2012. Nun hat Bobby Jindal, der 37 Jahre alte indischstämmige Gouverneur aus Louisiana, seine bisher schwerste politische Prüfung bestanden.

          Seinen ersten großen Sturm hat Gouverneur Bobby Jindal im vergangenen Sommer bestanden. Das ist ganz wörtlich gemeint, denn es handelte sich um den Hurrikan „Gustav“, der am 1. September auf die Küste Louisianas traf. Jindal handelte so schnell, wie er zu reden pflegt. Dass Louisiana mit „nur“ vier Dutzend Toten davonkam, war auch dem Krisenmanagement Jindals und seines Stabs zu danken.

          Matthias Rüb

          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          In der Nacht zum Mittwoch bestand Jindal seine bisher schwerste politische Prüfung auf der nationalen Bühne. Seine Erwiderungsrede aus Baton Rouge auf Barack Obamas Ansprache vor beiden Häusern des Kongresses in Washington mochte kein rhetorisches Feuerwerk gewesen sein. Aber er verstand es, der Nation eine republikanische Alternative zur Politik der Demokraten anzubieten: nicht mehr Regierungseingriffe und Staatsausgaben, mehr Steuern und Schulden seien die Lösung, sondern mehr Vertrauen des Staates in die Kreativität der Bürger und Unternehmer, dazu weniger Steuern und Ausgaben und Schulden. Mit Kritik an Präsident Bush und dem bis 2006 republikanisch dominierten Kongress sparte Jindal nicht.

          Ein politisches Wunderkind

          Nicht zufällig ist Jindal einer der Hoffnungsträger der Republikaner. Stets war er in seiner Laufbahn der Jüngste auf dem jeweiligen Posten. Im Alter von 24 Jahren wurde der Oxford-Absolvent zum Gesundheitsminister des Bundesstaates Louisiana berufen und baute binnen zwei Jahren ein Defizit von 400 Millionen Dollar ab.

          Bobby Jindal: Der erste indischstämmige Amerikaner auf einem Gouverneurs-Posten

          Mit 26 Jahren wurde das politische Wunderkind an die Spitze des nationalen Ausschusses für die Seniorenkrankenversicherung „Medicare“ berufen, zwei Jahre darauf zum Präsidenten der Universität von Louisiana ernannt. 2003 bewarb sich Jindal um das erste öffentliche Wahlamt, doch der konservative Republikaner unterlag im Rennen um den Gouverneursposten von Louisiana knapp der demokratischen Kandidatin Kathleen Blanco. Im Jahr darauf wurde er für den ersten Wahlbezirk von Louisiana zum Abgeordneten ins Repräsentantenhaus in Washington gewählt. 2007 gelang Jindal überzeugend die Revanche für seine knappe Niederlage gegen Blanco.

          Selbstredend ist Jindal der jüngste unter den Gouverneuren der 50 Bundesstaaten, und er ist der erste indischstämmige Amerikaner auf einem solchen Posten. 2008 wurde er als möglicher Vizepräsidentschaftskandidat neben John McCain genannt, für 2012 wird er von vielen als Herausforderer von Barack Obama gesehen.

          Liebling der konservativen „Werte-Wähler“

          Bobby Jindal wurde am 10. Juni 1971 in Baton Rouge, der Hauptstadt von Louisiana, als Sohn indischer Einwanderer geboren. Als Jugendlicher konvertierte er vom Hinduismus zum Katholizismus.

          Jindal ist seit 1997 mit seiner ebenfalls indischstämmigen Frau Supriya Jolly verheiratet, die Eheleute haben drei kleine Kinder. Seinen indischen Vornamen Piyush tauschte Jindal schon als Kind gegen das amerikanische Bobby ein.

          Jindal ist wegen seiner entschiedenen Gegnerschaft zur Abtreibung und zur Homosexuellenehe der Liebling der konservativen „Werte-Wähler“ und als dunkelhäutiger Amerikaner zugleich ein Symbol für den Wandel der Republikaner zur Volkspartei.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.