12.02.2007 · Die amerikanischen Streitkräfte haben angeblich Beweise für eine direkte Unterstützung aus Iran für schiitische Aufständische im Irak vorgelegt. Teheran wies die Beschuldigungen umgehend als Propaganda zurück.
Die amerikanischen Streitkräfte haben in der Nacht zum Montag in Bagdad die seit längerem von der Regierung in Washington angekündigten Beweise für direkte Unterstützung aus Iran für schiitische Aufständische im Irak vorgelegt. Teheran wies die Beschuldigungen am Montag umgehend als Propaganda zurück.
In Washington zeigten sich Politiker der oppositionellen Demokraten skeptisch über die Aussagekraft der vorgelegten Indizien. In Bagdad wurden am Montag bei drei Anschlägen binnen weniger Minuten nach offiziellen Angaben mehr als 70 Iraker getötet. (Siehe auch: Dutzende Tote bei Bombenanschlägen in Bagdad)
Befehle von der „höchsten Ebene“ Teherans
Ranghohe Angehörige der amerikanischen Streitkräfte legten in Bagdad bei einer Pressekonferenz Mörsergranaten und Panzerfäuste mit angeblich iranischen Seriennummern vor. In den Waffenschmuggel seien iranische Sicherheitskräfte verwickelt, die ihre Befehle von der „höchsten Ebene“ der Regierung in Teheran erhielten, sagten die Offiziere.
Die Waffen würden von jenen Einheiten der iranischen Revolutionsgarden, für die der oberste geistliche Führer Ajatollah Ali Chamenei verantwortlich sei, an schiitische Gruppen im Irak geliefert. Durch diese Sprengkörper seien seit Juni 2004 mindestens 170 amerikanische Soldaten im Irak getötet und mehr als 620 verwundet worden. Die Waffen könnten selbst die amerikanischen „Abrams“-Panzer zerstören, hieß es. Aus iranischen Waffenteilen hergestellte Sprengsätze hätten bei Anschlägen mehrfach die dicksten Panzerungen von Mannschaftsfahrzeugen durchschlagen.
Neben den Sprengsätzen und deren Einzelteilen hätten auch im Irak von Aufständischen eingesetzte Mörsergranaten vom Kaliber 81 Millimeter zu Herstellern in Iran zurückverfolgt werden können. Die drei amerikanischen Offiziere, die den Berichterstattern in Bagdad die Waffen und Waffenteile vorlegten, gaben aus Sicherheitsgründen weder Identität noch Rang preis.
Teheran: „Nur Propaganda“
Wie die Tageszeitung „Washington Post“ am Montag berichtete, wies ein Diplomat der iranischen Botschaft in Bagdad die Vorwürfe zurück. „Das ist nur Propaganda“, zitierte das Blatt den Diplomaten, der ebenfalls anonym bleiben wollte. In Teheran sprach ein Außenamtssprecher von einer „Inszenierung“. Was in Bagdad vorgelegt wurde, sei „so ein schwacher Beweis, dass ihn nicht einmal die Amerikaner glauben und dieser deshalb inakzeptabel ist“, sagte der Sprecher Mohammad Ali Hosseini.
In Washington zeigte sich der demokratische Präsidentschaftskandidat und Senator Christopher Dodd (Connecticut) besorgt, weil die Regierung nicht immer zuverlässig mir Geheimdienstinformationen umgegangen und so „in den Schlamassel im Irak geraten“ sei.
„Ich schaue auf diesen Bericht mit einer gewissen Skepsis“, sagte Dodd. Es wäre „zu diesem Zeitpunkt ein großer Fehler“, sollte die Regierung Vorbereitungen „für eine größere Militäroperation gegen Iran treffen“, warnte Dodd. Andere Politiker der Demokraten stellten wie Dodd zwar nicht in Abrede, dass Waffen, Munition und Sprengstoff aus Iran in den Irak gelangten, doch könne man aus dem Umstand nicht den Schluss ziehen, dass dahinter die Regierung in Teheran stehe.
Und wieder das gleiche USA-Spielchen ...
Harry Buhr (harry191)
- 12.02.2007, 20:56 Uhr
Warum gibt es einen Widerstand gegen die US-Besatzung des Irak?
Karl-Heinz Lieblich (khlieblich)
- 12.02.2007, 21:02 Uhr
363 Tonnen Dollar im Irak vermißt
A. Malliki (a.malliki)
- 13.02.2007, 00:43 Uhr
Hahahahaha
Bernd Esch (eschb)
- 13.02.2007, 07:47 Uhr
Panzerfäuste fuer Aufständische
Volker Hildebrandt (Boisset)
- 13.02.2007, 10:12 Uhr