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Aktualisiert: 29.01.2017, 21:04 Uhr

Mehr als die Hälfte der Stimme Hamon gewinnt Präsidentschaftsvorwahl der französischen Sozialisten

Frankreichs Sozialisten steuern nach links: Benoit Hamon sichert sich die Präsidentschaftskandidatur mit scharfer Kritik an Hollandes Politik.

von , Paris
© Reuters, reuters Zum Kandidaten gekürt: Frankreichs Sozialisten schicken Außenseiter Hamon in die Präsidentenwahlen

Die Kritiker des französischen Präsidenten François Hollande haben gesiegt: Bei den sozialistischen Vorwahlen am Sonntag setzte sich Außenseiter Benoit Hamon mit mehr als 58 Prozent der Stimmen durch. Ex-Premierminister Manuel Valls erlitt hingegen eine schwere Schlappe. „Ich wünsche Benoit Hamon viel Glück“, sagte Valls am Wahlabend.

Michaela Wiegel Folgen:

Die Regierungspartei schickt mit Hamon einen Kandidaten in die Präsidentenwahlen, der gut in die deutsche Linkspartei passen würde. Der 49 Jahre Abgeordnete hat im Wahlkampf versprochen das (linke) Herz Frankreichs wieder höher schlagen zu lassen. Er steht für eine scharfe Kritik an der aus seiner Sicht „wirtschaftsliberalen“ Politik Hollandes.

44521035 © Reuters Vergrößern Deutlich verloren: der ehemalige Premierminister Manuel Valls

Er begeisterte seine Wähler mit dem Versprechen eines bedingungslosen Grundeinkommens, dessen Finanzierung allerdings unklar ist. Hamon steht zudem für die Forderung nach einem „anderen Europa“. Er prangert die vermeintliche Austeritätspolitik der EU an und will sich nicht an die Maastricht-Regeln halten. Die neoliberalen Reformen der vergangenen Jahre müssen aus seiner Sicht rückgängig gemacht werden. 

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Der Sieg Hamons bedeutet eine neuerliche Abstrafung Präsident Hollandes durch die Wähler. Der glücklose Präsident hat Anfang Dezember darauf verzichtet, von neuem für das höchste Staatsamt zu kandidieren. Die Niederlage des „Realos“ Valls dürfte dem früheren Wirtschaftsminister Hollandes, Emmanuel Macron, neue Wähler der Sozialisten zutreiben.

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