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Benghasi-Anschlag : Clinton: Malische Terrorgruppen verantwortlich

Außenministerin Hillary Clinton am Mittwoch in New York Bild: REUTERS

Die amerikanische Regierung macht „Al Qaida im islamischen Maghreb“ für den Angriff auf das amerikanische Konsulat in Benghasi verantwortlich, bei dem der Botschafter Stevens und drei weitere Amerikaner getötet wurden. Das sagte Außenministerin Clinton in New York.

          Nach Einschätzung der amerikanischen Regierung steckt eine Terrorgruppe aus Mali hinter dem Angriff auf das amerikanische Konsulat in Benghasi, bei dem am 11. September Botschafter Christopher Stevens und drei weitere Amerikaner getötet wurden. Das sagte Außenministerin Hillary Clinton am Mittwochabend in New York. „Sie arbeiten mit anderen gewalttätigen Extremisten zusammen, um den demokratischen Wandel in Nordafrika zu untergraben, wie wir tragischerweise in Benghasi gesehen haben“, sagte Frau Clinton.

          Matthias Rüb

          Korrespondent für Lateinamerika mit Sitz in São Paulo.

          Die Terrorgruppe „Al Qaida im islamischen Maghreb“ (Aqim) operiere von besetzten Gebieten in Mali aus und organisiere Angriffe und Entführungen in den Nachbarländern. Nach einem Putsch im März hatten Islamisten mit Verbindungen zu Aqim die Kontrolle über den Norden des westafrikanischen Landes übernommen. Unmittelbar nach der Tat hatte Washington noch offiziell die Position vertreten, der Angriff sei spontan und am Rande einer Demonstration gegen ein islamfeindliches Schmähvideo erfolgt.

          Republikanische Abgeordnete und Senatoren fordern von der Regierung unter Präsident Barack Obama die Offenlegung von Details der andauernden Ermittlungen. In einem Brief an das Weiße Haus fordern sie Einsicht in die Drahtberichte, die Botschafter Stevens kurz vor dem Anschlag an das State Department schickte. In einem Notizbuch, das Reporter des Nachrichtensenders CNN am Anschlagsort gefunden hatten, hatte Stevens seine Sorge vor einem möglichen Mordanschlag gegen ihn dokumentiert.

          Beamte der Bundespolizei FBI wurden zwar unmittelbar nach dem Angriff nach Libyen geschickt, sie haben sich aber offenbar bis heute nicht nach Benghasi gewagt, um den Tatort zu sichern. In dem Brief der republikanischen Kongressmitglieder an Obama heißt es, die Regierung habe „wie zu Zeiten vor den Anschlägen vom 11. September 2001 einen Kriegsakt wie eine gewöhnliche Straftat behandelt“. Trotz des erhöhten Risikos seien die Sicherheitsvorkehrungen in Benghasi nicht verschärft worden.

          Quelle: F.A.Z.

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