http://www.faz.net/-gpf-736ry

Benghasi-Anschlag : Clinton: Malische Terrorgruppen verantwortlich

Außenministerin Hillary Clinton am Mittwoch in New York Bild: REUTERS

Die amerikanische Regierung macht „Al Qaida im islamischen Maghreb“ für den Angriff auf das amerikanische Konsulat in Benghasi verantwortlich, bei dem der Botschafter Stevens und drei weitere Amerikaner getötet wurden. Das sagte Außenministerin Clinton in New York.

          Nach Einschätzung der amerikanischen Regierung steckt eine Terrorgruppe aus Mali hinter dem Angriff auf das amerikanische Konsulat in Benghasi, bei dem am 11. September Botschafter Christopher Stevens und drei weitere Amerikaner getötet wurden. Das sagte Außenministerin Hillary Clinton am Mittwochabend in New York. „Sie arbeiten mit anderen gewalttätigen Extremisten zusammen, um den demokratischen Wandel in Nordafrika zu untergraben, wie wir tragischerweise in Benghasi gesehen haben“, sagte Frau Clinton.

          Matthias Rüb

          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Die Terrorgruppe „Al Qaida im islamischen Maghreb“ (Aqim) operiere von besetzten Gebieten in Mali aus und organisiere Angriffe und Entführungen in den Nachbarländern. Nach einem Putsch im März hatten Islamisten mit Verbindungen zu Aqim die Kontrolle über den Norden des westafrikanischen Landes übernommen. Unmittelbar nach der Tat hatte Washington noch offiziell die Position vertreten, der Angriff sei spontan und am Rande einer Demonstration gegen ein islamfeindliches Schmähvideo erfolgt.

          Republikanische Abgeordnete und Senatoren fordern von der Regierung unter Präsident Barack Obama die Offenlegung von Details der andauernden Ermittlungen. In einem Brief an das Weiße Haus fordern sie Einsicht in die Drahtberichte, die Botschafter Stevens kurz vor dem Anschlag an das State Department schickte. In einem Notizbuch, das Reporter des Nachrichtensenders CNN am Anschlagsort gefunden hatten, hatte Stevens seine Sorge vor einem möglichen Mordanschlag gegen ihn dokumentiert.

          Beamte der Bundespolizei FBI wurden zwar unmittelbar nach dem Angriff nach Libyen geschickt, sie haben sich aber offenbar bis heute nicht nach Benghasi gewagt, um den Tatort zu sichern. In dem Brief der republikanischen Kongressmitglieder an Obama heißt es, die Regierung habe „wie zu Zeiten vor den Anschlägen vom 11. September 2001 einen Kriegsakt wie eine gewöhnliche Straftat behandelt“. Trotz des erhöhten Risikos seien die Sicherheitsvorkehrungen in Benghasi nicht verschärft worden.

          Weitere Themen

          Jetzt bloß nicht die Stimmung verderben

          Helsinki-Gipfel : Jetzt bloß nicht die Stimmung verderben

          Während in Amerika eine kleine Bombe geplatzt ist und unter westlichen Verbündeten Nervosität herrscht, trifft sich Donald Trump mit Wladimir Putin. Ob beide wieder warme Worte füreinander finden?

          Schelte für Europa Video-Seite öffnen

          Donald Trump auf Europareise : Schelte für Europa

          Der amerikanische Präsident ist zu Besuch in Europa. Merkel, May und die gesamte EU müssen sehr viel Kritik einstecken. Doch ein Politiker kann sich über viel Lob freuen.

          Zwei gegen den Rest der Welt

          Trump und Putin : Zwei gegen den Rest der Welt

          Trump und Putin geben sich freundschaftlich – die Schuld für die angespannten Beziehungen beider Länder liege bei anderen. Eine russische Einmischung in den amerikanischen Wahlkampf streiten beide ab.

          Heiliger Zar Video-Seite öffnen

          Ermordung der Herrscherfamilie : Heiliger Zar

          Vergangenheit, die nicht vergehen will – auch in Russland. Vor 100 Jahren wurde die Zarenfamilie ermordet. Um sie hat sich ein gespenstischer Kult entwickelt, der bis heute die Politik beeinflusst.

          Topmeldungen

          Trump und Putin : Zwei gegen den Rest der Welt

          Trump und Putin geben sich freundschaftlich – die Schuld für die angespannten Beziehungen beider Länder liege bei anderen. Eine russische Einmischung in den amerikanischen Wahlkampf streiten beide ab.

          Kommt die E-Krone? : Schweden erfindet das Geld neu

          Die Schwedische Notenbank ist die älteste der Welt. Einst hat sie das Papiergeld erfunden. Jetzt ist sie die erste Zentralbank, die eine eigene Digitalwährung einführen will.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.