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Benedikt XVI im Libanon Papst ruft zum Dialog auf

 ·  Zu Beginn seiner Reise in den Libanon hat Papst Bendikt XVI. ein Ende der Waffenlieferungen nach Syrien gefordert. Er rief zu mehr Eintracht zwischen den religiösen Gruppen des Landes auf.

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Papst Benedikt XVI. hat am Freitag im Libanon zu mehr Eintracht zwischen den religiösen Gruppen des Landes aufgerufen. Bei seiner Ankunft auf dem Beiruter Flughafen bezeichnete er das „berühmte libanesische Gleichgewicht“ als „höchst labil“, äußerte sich aber zuversichtlich, dass die Libanesen die Herausforderungen meistern würden. Die dreitägige Reise, die das Oberhaupt der katholischen Kirche unter anderem mit Führern der 18 muslimischen und christlichen Konfessionen des Landes zusammenbringen soll, findet wegen des Bürgerkriegs in Syrien unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen statt.

Am Freitag wurde eine libanesische Gemeinde von syrischer Seite aus beschossen; zu solchen Vorfällen kommt es seit Monaten. Der Papst sagte, der Libanon solle der Region und der restlichen Welt zeigen, dass verschiedene Kirchen im „Geist brüderlicher Gemeinschaft“ zusammenleben und Christen mit „ihren Geschwistern anderer Religionen“ einen „respektvollen Dialog“ führen könnten.

Gewalttätige Demonstrationen

Der Besuch des Papstes in das vom christlichen Präsidenten Michel Suleiman geführte Land fällt in eine Zeit erhöhter Spannungen. Am Freitag zündeten Demonstranten im nordlibanesischen Tripoli ein Restaurant der amerikanischen Fast-Food-Kette KFC an.

Bereits am Donnerstag war es in der mehrheitlich sunnitischen Hafenstadt zu Protesten gegen den islamfeindlichen Film „Die Unschuld der Muslime“ gekommen. Die amerikanische Botschaft im nordlibanesischen Awkar erhöhte nach gewaltsamen Protesten gegen den Film in anderen arabischen Staaten ihre Sicherheitsvorkehrungen.

„Das glückliche Zusammenleben aller Libanesen“ solle ein Vorbild für den ganzen Nahen Osten und die restliche Welt sein, sagte der Papst in seiner Rede auf dem Beiruter Flughafen. „Gelegentlich“ drohe das Gleichgewicht jedoch zu zerbrechen, weil es „wie ein Bogen überspannt“ werde. Etwa vierzig Prozent der Libanesen sind Christen, etwa eine Million von ihnen mit Rom unierte Maroniten. Fast zwei Drittel der Bevölkerung sind Muslime, die meisten von ihnen Sunniten und Schiiten. Zur Begrüßung des Papstes läuteten in Beirut die Kirchenglocken, es wurden Salutschüsse abgegeben.

Es ist die erste Reise des Papstes in den Nahen Osten seit Beginn des Arabischen Frühlings. Er bewertete die Umstürze positiv. Sie seien dem „Verlangen nach mehr Demokratie, Freiheit, Zusammenarbeit und nach einem erneuerten arabischen Selbstverständnis“ entsprungen. Zugleich lehnte der Papst religiösem Fundamentalismus ab und bezeichnete diesen als „Verfälschung der Religion“.

„Pilger des Friedens“

Benedikt XVI. bezeichnete sich zu Beginn seines Besuchs als „Pilger des Friedens“. Der maronitische Patriarch, Bischara Rai, hatte am Donnerstag gesagt, dass der Papst dazu aufrufen werde, die Bewaffnung der Konfliktparteien im benachbarten Syrien zu beenden. Bei seinem Empfang durch Präsident Michel Suleiman kündigte Benedikt XVI. eine „Roadmap“ an, die er den Christen des Nahen Ostens mit dem Abschlussdokument der Nahost-Sondersynode liefern werde.

Die Übergabe dieses Dokuments ist offizieller Anlass der 24. Auslandsreise des Papstes. Es baut auf Beratungen des Papstes mit Patriarchen und Bischöfen der mit Rom verbundenen orientalischen Kirchen im Oktober 2010 in Rom auf. Der letzte Besuch eines Papstes im Libanon liegt 15 Jahre zurück. 1997 hatte Johannes Paul II. die Levante besucht.

Für Benedikt XVI. ist der Besuch im Libanon die 24. Auslandsreise seit seinem Amtsantritt im Jahr 2005. Seither war der mittlerweile 85 Jahre alte Papst vier Mal im Nahen Osten - in der Türkei, in Zypern sowie in Jordanien, Israel und den Palästinensergebieten. Letztere Reise fand im Mai 2009 statt.

Am Abend will der Papst im Wallfahrtsort Harissa nahe Beirut das päpstliche Schlussdokument zur Synode der katholischen Bischöfe aus Nahost unterzeichnen.

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