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Mittwoch, 19. Juni 2013
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Beisetzungszeremonie für Kim Jong-il Drei Stunden organisierte Trauer im Schnee

 ·  Pjöngjang verabschiedet sich von Kim Jong-il: Die Führung demonstriert Geschlossenheit, das Volk friert und weint um den „Geliebten Führer“.

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Heftiger Schneefall verursachte eine Verzögerung von vier Stunden, doch dann vollzog sich die Trauerzeremonie für Kim Jong-il in Nordkorea auch im verschneiten Pjöngjang in gewohnt exakter Choreografie. Zehntausende säumten die Straßen der Hauptstadt, um Abschied von dem Mann zu nehmen, den die Nordkoreaner trotz Jahrzehnten der Entbehrungen als „lieben Führer“ zu titulieren hatten und der am 17. Dezember im Alter von 69 Jahren nach offiziellen Angaben an Herzversagen starb. Kim Jong-il hatte die Geschicke des kommunistischen Landes seit dem Tod seines Vaters Kim Il-sung im Jahr 1994 geleitet.

Das nordkoreanische Fernsehen zeigte weinende Menschen am Straßenrand, die auf die Straße drängten, als der Zug mit dem Sarg drei Stunden lang durch Pjöngjang gefahren wurde. Der Trauerzug begann am Kumsusan-Mausoleum, wo Kim Jong-il seit dem 19. Dezember, dem Tag, an dem sein Tod bekannt gegeben wurde, aufgebahrt lag.

Ein Wagen mit einem riesigen Foto eines jugendlichen und lächelnden Kim Jong-il führte die Kolonne an. Ihm folgte eine mit weißen Chrysanthemen geschmückte Limousine mit dem Sarg. Kim Jong-ils Sohn und designierter Nachfolger, Kim Jong-un, schritt vorne rechts neben dem Fahrzeug, hielt mit einer Hand den Spiegel des Fahrzeuges und erwiderte mit der anderen gelegentlich den ihm dargebrachten militärischen Gruß. Hinter ihm folgten sein Onkel, Jang Song-taek und zwei weitere hohe Funktionäre. Auf der linken Seite des Autos begleiteten vier Militärs, angeführt vom Chef des Generalstabs Ri Yong-ho, den Sarg. Der Limousine folgte eine Formation von Soldaten mit Fahnen und Standarten.

Unter den Klängen von Trauermusik umrundete der Zug den mit Soldaten gefüllten Platz vor dem Mausoleum und bewegte sich dann langsam durch die Stadt. Männer und Frauen weinten, schlugen sich an die Brust, schluchzten und klagten laut.

Die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA sprach davon, dass einige der Trauernden in Ohnmacht gefallen seien. Dies sei freilich nicht wegen der niedrigen Temperaturen oder der Erschöpfung nach langem Warten geschehen, sondern aus Trauer um den Verlust des „lieben Führers“.

Die nordkoreanischen Medien gaben Genaueres über den Ablauf des ersten Trauertages nicht bekannt. In Südkorea wurde berichtet, dass es vor der Trauerprozession eine Trauerfeier im kleinen Kreis im Kumsusan-Mausoleum gegeben habe, wo auch Staatsgründer Kim Il-sung aufgebahrt ist. Sein Sohn Kim Jong-il wird auch dort beigesetzt werden. An diesem Donnerstag soll es noch eine staatliche Trauerfeier geben. Um 12 Uhr werden Salutschüsse abgefeuert, zusätzlich werden im ganzen Land die Sirenen heulen. Alle Bürger sind zu drei Schweigeminuten aufgerufen. Damit wird dann die offizielle Trauerzeit beendet sein.

Ausländische Delegationen waren am Mittwoch nicht geladen. Nicht gesichtet wurde bei der Trauerfeier der älteste Sohn von Kim Jong-il, Kim Jong-nam, der in China lebt, seit er bei seinem Vater in Ungnade gefallen war. Auch der zweite Sohn Kim Jong-ils, Kim Jong-chul, war auf den offiziellen Aufnahmen nicht auszumachen. Die staatlichen Medien führen in diesen Tagen weiter den jungen Kim Jong-un als Erben seines Vaters ein. Er wird bereits als „großer Nachfolger“ bezeichnet. Trauergäste werden zitiert, die sich gerührt darüber zeigen, dass Kim Jong-un den Trauernden heißes Wasser zum Aufwärmen habe ausschenken lassen und extra Rationen Fisch in die Hauptstadt beordert habe.

Die nordkoreanischen Medien haben unterdessen übernatürliche Phänomene ausgemacht, seit Kim Jong-il gestorben ist. In einem zugefrorenen See sei das Eis aufgebrochen, und selbst eine Schar von Elstern habe sich an ungewöhnlicher Stelle zusammengefunden. Selbst die Tiere trauerten über den Tod des Führers, hieß es in dem Kommentar. Kein Volk der Welt sei mit solchen Führern gesegnet, wie die Koreaner sie hätten.

Die nordkoreanische Nachrichtenagentur lüftete posthum auch das Geheimnis warum Kim Jong-il immer nur in Windjacke oder Parka auftrat. Die einfache Kleidung sollte anzeigen, dass er unermüdlich für sein Volk arbeitete, hieß es. Er sei auch jetzt noch im einfachen Arbeitsjacke, und fordere damit das Volk auf, die revolutionäre Aufgabe unter der Führung von Kim Jong-un fortzusetzen. Kim Jong-un wird in dieser und anderen Verlautbarungen aber nie als Sohn Kim Jong-ils, sondern nur mit seinem offiziellen Titel als stellvertretender Vorsitzender der Militärkommission identifiziert.

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Politische Korrespondentin für Ostasien.

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