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Befreiung vor Somalia Amerikanischer Kapitän wird als Held gefeiert

13.04.2009 ·  Das Drama auf hoher See dauerte für Richard Phillips fünf lange Tage - und endete mit einem „Happy End“. Jetzt wird er in Amerika als Held gefeiert. Selbst Präsident Obama gratulierte persönlich - nachdem er den Einsatzbefehl zur Befreiung gegeben hatte.

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Das Drama auf hoher See dauerte für Richard Phillips fünf lange Tage. Seit Mittwoch befand sich der amerikanische Kapitän in der Hand schwer bewaffneter somalischer Piraten - auf einem Beiboot unter der sengenden Sonne im Indischen Ozean treibend, immer den Tod vor Augen.

Am Sonntagabend schließlich schlug die amerikanische Marine zu: Scharfschützen, die im Heck des Kriegsschiffes „USS Bainbridge“ Stellung bezogen hatten, feuerten auf die Piraten und erschossen drei von ihnen. Der vierte ergab sich, Phillips kam unversehrt frei.

Erhofftes Happy End

Es war das erhoffte Happy End für den 53 Jahre alten Seemann, der in den Vereinigten Staaten wegen seines Muts und seines selbstlosen Einsatzes für die Mannschaft des Frachters „Maersk Alabama“ als Held gefeiert wird. Nach der geglückten Befreiungsaktion ließ es sich Amerikas Präsident Barack Obama nicht nehmen, mit Phillips persönlich zu telefonieren.

Der Präsident selbst hatte den Marine-Einsatz für den Fall angeordnet, dass das Leben des Kapitäns in Gefahr gerate. Vize-Admiral Bill Gortney schilderte später, wie die Piraten Phillips mit ihren Maschinengewehren unmittelbar bedrohten. Binnen Sekunden habe der zuständige Kommandant daraufhin den Einsatzbefehl gegeben.

Wäre Phillips etwas zugestoßen, hätte dies die Öffentlichkeit in den Vereinigten Staaten tief erschüttert. Schließlich war er durch seine Selbstlosigkeit in die Gewalt der Piraten geraten. John White, ein Mitglied seiner Crew, sagte dem Fernsehsender CBS, Phillips habe sich bei dem Piratenüberfall auf die „Maersk Alabama“ am Mittwoch anders als alle anderen Besatzungsmitglieder nicht versteckt. „Mit anderen Worten: Er hat sich den Piraten ergeben, um den Rest der Mannschaft zu schützen.“ So konnte die „Maersk Alabama“ ihre Fahrt nach Mombasa fortsetzen, während für Phillips die Tortur begann.

Entführer vereitelten Fluchtversuch

„Das ist Richard, genauso ist er“, sagte Phillips' Schwägerin Lea Coggio auf CBS. „Er ist um seine Crew besorgt, um sein Schiff.“ Richard Phillips kommt aus dem Bundesstaat Vermont, er ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. 1979 machte er an der Marine-Akademie in Boston im Bundesstaat Massachusetts seinen Abschluss, seitdem fährt er zur See. Angehörige, Freunde und Nachbarn beschreiben den freundlichen Mann mit Brille und grauem Bart als ruhig und fleißig. In seiner Freizeit bastele er gern an seinem Haus herum oder arbeite mit der Familie im Garten.

In der Nacht zum Freitag war Phillips mit einem dramatischen Fluchtversuch gescheitert: Er sprang ins Meer und versuchte, schwimmend die in der Nähe kreuzende „Bainbridge“ zu erreichen. Seine Entführer fingen ihn jedoch wieder ein und zerrten ihn an Bord des von ihnen genutzten Rettungsbootes der „Maersk Alabama“.

Die See als Rettungsboot

Der Leiter der Marine-Akademie in Boston, Richard Gurnon, kennt Phillips noch aus Studienzeiten und nennt ihn „ein klassisches Beispiel für einen guten Hirten“. Es sei ein großartig gewesen, dass Phillips sich den Piraten im Austausch für seine Mannschaft als Geisel angeboten habe. Phillips sei auf hoher See in seinem Element. „Er ist sein ganzes Erwachsenenleben zur See gefahren. Das ist sein Rettungsboot“, sagte Gurnon.

Als die Seeleute aus Phillips' Crew im Hafen der kenianischen Küstenstadt Mombasa von der Befreiung ihres Kapitäns erfuhren, brachen sie in Jubel aus. Zu Ehren ihres Helden köpften sie Champagner-Flaschen auf und schwenkten die amerikanische Flagge.

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