Home
http://www.faz.net/-gq5-75cnd
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Bau weiterer Reaktoren geplant Japan kehrt zur Atomkraft zurück

Japans neue Regierung will als sicher eingestufte Atomkraftwerke wieder in Betrieb nehmen. Auch der Bau von Reaktoren werde nach eingehender Sicherheitsprüfung wieder aufgenommen.

© REUTERS Vergrößern Wird nicht wieder vorkommen.

Fast zwei Jahre nach der Atomkatastrophe von Fukushima hat Japans neue konservative Regierung angekündigt, die als sicher eingestuften Atomkraftwerke wieder in Betrieb zu nehmen. Vor einem derartigen Schritt müsse sich die unabhängige Regulierungsbehörde allerdings für die Sicherheit der Reaktoren verbürgen, sagte Industrieminister Toshimitsu Motegi am Donnerstag vor Journalisten in Tokio.

Auch der Bau von Reaktoren werde nach eingehender Sicherheitsprüfung wieder aufgenommen. Gleichzeitig kündigte Motegi den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien an.

Der neue Ministerpräsident Shinzo Abe und sein Kabinett sind seit Mittwoch im Amt. Der Chef der Liberaldemokratischen Partei hatte bereits während des Wahlkampfs die Ansicht vertreten, Japan könne sich aus wirtschaftlichen Gründen den Ausstieg aus der Atomkraft nicht leisten. Die Mitte-links-Regierung von Abes Vorgänger Yoshihiko Noda hatte hingegen langfristig für einen Verzicht auf die Atomkraft plädiert. Zuvor hatte Noda jedoch zugelassen, dass zwei Reaktoren im westjapanischen Ohi wieder ans Netz gingen. Die 48 restlichen Atommeiler sind in Erwartung weiterer Sicherheitskontrollen abgeschaltet.

Abes konservative LDP hatte bei der Parlamentswahl am 16. Dezember zusammen mit der verbündeten Komeito-Partei eine Zweidrittelmehrheit im Unterhaus errungen. Nodas Demokratische Partei (DPJ) wurde nach drei Jahren an der Macht massiv abgestraft.

Mehr zum Thema

Quelle: AFP

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Japan Abes Womenomics in der Krise

Gleich zwei Ministerinnen des Kabinetts von Shinzo Abe sind wegen politischer Skandale zurückgetreten. Für den japanischen Ministerpräsidenten ist es die erste große Krise seit seinem Amtsantritt. Mehr Von Carsten Germis, Tokio

20.10.2014, 16:10 Uhr | Politik
Pariser Ballettstars unterrichten Nachwuchs in Fukushima

Auch mehr als drei Jahre nach dem Tsunami und der Atomkatastrophe von Fukushima leiden die Menschen dort unter den Spätfolgen. Oft sind es Kinder, die durch die Ereignisse traumatisiert wurden. Mitglieder des Balletts der Pariser Oper besuchten nun eine Ballettschule in Fukushima und gaben dort Unterricht. Für diese Zeit können die Ballettschülerinnen die Wirklichkeit in der japanischen Katastrophenregion vergessen. Mehr

03.08.2014, 10:39 Uhr | Gesellschaft
Japan Weitere Rücktritte bringen Abe in Bedrängnis

Schwerer Rückschlag für die Frauen-Offensive des japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe: Wegen Skandalen um die Verwendung politischer Gelder mussten gleich zwei seiner jüngst berufenen Ministerinnen zurückgetreten. Mehr

20.10.2014, 10:36 Uhr | Politik
Ausnahmezustand in Tokio

Bei der Ankunft herrscht Ausnahmezustand in Tokio. Später spricht der brasilianische Fußballer Neymar über seine Genesung. Schon bald wird er wieder trainieren. Mehr

31.07.2014, 17:57 Uhr | Sport
Radioaktiver Abfall RWE klagt gegen Schließung von Gorleben

Das Endlagersuchgesetz des Bundes sieht vor, dass keine Castor-Behälter mit wiederaufbereitetem Atommüll aus Frankreich oder Großbritannien mehr nach Gorleben gebracht werden. Der Energiekonzern RWE hofft auf Entschädigung. Mehr

17.10.2014, 18:43 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 27.12.2012, 07:21 Uhr

Nicht nur die Stimmung ist schlecht

Von Günther Nonnenmacher

Die französische Regierung ist so geschwächt, dass ihr kaum noch jemand ihre Versprechungen abnimmt. Und ob Präsident Hollande der Mann ist, der das Ruder herumreißt, ist fraglich. Doch solange Frankreich krank ist, wird Europa nicht gesunden. Ein Kommentar. Mehr 16 37