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Bagdad Selbstmordattentäterinnen reißen Dutzende Menschen in den Tod

28.07.2008 ·  Binnen einer Stunde haben drei Frauen in Bagdad mehr als 25 Personen mit sich in den Tod genommen. Sie sollen sich unter schiitische Wallfahrer gemischt haben. Eine vierte Selbstmordattentäterin sprengte sich in Kirkuk in die Luft; mehr als 20 Menschen starben.

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Drei Selbstmordattentäterinnen haben am Montag in Bagdad binnen einer Stunde mindestens 26 schiitische Pilger mit in den Tod gerissen, unter ihnen auch mehrere Kinder. Etwa 40 weitere Pilger wurden verletzt. Die Nachrichtenagentur Aswat al-Irak meldete, die Frauen hätten sich in dem vorwiegend von Schiiten und Christen bewohnten Stadtteil Karrade mit Sprengstoffgürteln unter die Wallfahrer gemischt, die auf dem Weg zum Schrein des Imams Mussa al-Kadhem im Norden Bagdads waren.

Eine vierte Selbstmordattentäterin tötete in der nordirakischen Stadt Kirkuk mindestens 22 Teilnehmer einer Kurden-Demonstration. Nach Polizeiangaben erlitten etwa 125 Demonstranten Verletzungen. In der Stadt hatten sich Tausende Demonstranten versammelt, um gegen die Verabschiedung eines umstrittenen Gesetzes zu den Provinzwahlen durch das Parlament zu protestieren.

Hoher schiitischer Feiertag

Die Schiiten begehen an diesem Dienstag den Todestag des Imams, der im Jahr 799 ermordet worden war. Vor drei Jahren war es bei dieser Wallfahrt im Stadtteil Kadhemija zu einer Massenpanik auf der in der Nähe des Schreins gelegenen Brücke der Imame gekommen. Damals waren rund 1000 Menschen zu Tode getrampelt worden oder in den Fluss gestürzt, nachdem sich das Gerücht verbreitet hatte, Selbstmordattentäter seien unter den Pilgern.

Zum Höhepunkt der Festlichkeiten am Dienstag erwarten die irakischen Behörden bis zu eine Million gläubige Schiiten. Schon am vergangenen Freitag waren in Bagdad und Umgebung zahlreiche zusätzliche Straßensperren eingerichtet und Scharfschützen postiert worden, um Terroranschläge während der Wallfahrt zu verhindern. Dennoch wurden am Sonntag waren in Madin südlich von Bagdad sieben schiitische Pilger auf dem Weg zu den Feiern getötet.

Weibliche Bürgerwehr

In der Kleinstadt Balad Rus wurden vier Zivilisten durch einen Sprengstoffanschlag getötet, wie Aswat al-Irak weiter meldete. Balad Rus liegt in der Unruheprovinz Dijala nordöstlich von Bagdad. Dijala war bislang die einzige Provinz des Iraks, in der häufig Selbstmordattentate von Frauen verübt wurden. Die amerikanische Armee hatte dort deshalb vor einigen Tagen eine weibliche Bürgerwehr-Brigade gegründet, die Frauen nach Sprengstoff durchsuchen soll.

Bei weiteren Angriffen von Extremisten wurden am Montag im Irak mindestens zwei weitere Personen getötet, unter ihnen auch ein Lokalpolitiker. In der Provinz Babylon fand man den Leichnam einer ermordeten Frau in einem Nebenfluss des Euphrat.

Quelle: FAZ.NET mit dpa/AFP/Reuters
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