27.01.2007 · Bei der Explosion von zwei Autobomben in der Nähe eines belebten Marktes in Bagdad sind 15 Menschen in den Tod gerissen worden. 55 weitere Menschen wurden verletzt. Eine Mörsergranate erschütterte zudem die US-Botschaft.
Mindestens 15 Menschen sind am Samstag bei der Explosion von zwei Autobomben in der Nähe eines belebten Marktes in Bagdad in den Tod gerissen worden. 55 weitere Menschen wurden Polizisten zufolge verletzt. Eine Mörsergranate erschütterte zudem einem Augenzeugen zufolge die US-Botschaft, die sich in der besonders gesicherten „Grünen Zone“ in der irakischen Hauptstadt befindet. Dabei wurden zwei Menschen leicht verletzt.
Die tödlichen Anschläge ereigneten sich in einem vor allem von Schiiten bewohnten Viertel im Osten der Stadt. Die Attentäter hätten die Autos nahe einer belebten Kreuzung in Neu-Bagdad in die Luft gesprengt. Leichenteile waren nach der Explosion auf der Straße zu sehen.
Entführung durch Extremisten
Bereits in den vergangenen Tagen war es immer wieder zu Anschlägen auf Märkten gekommen. Bei der schlimmsten Attacke in dieser Woche kamen 88 Menschen ums Leben, als zwei Autobomben auf dem Bab al-Schardschi-Markt im Zentrum der Stadt detonierten. Auf dem Markt bieten sowohl Sunniten als auch Schiiten ihre Waren feil.
Nahe dem ebenfalls von Schiiten dominierten Viertel Karrada entführten als Polizisten verkleidete Extremisten acht Menschen aus einem Computer-Geschäft. Die Bewaffneten hätten die Angestellten aus dem Laden geholt, sie in wartende Autos gestoßen und seien davongefahren. Unklar war, wer hinter der Entführung steht.
Bush sagt Al-Maliki Unterstützung zu
Der schiitische Ministerpräsident Nuri al-Maliki rief dazu auf, energisch gegen Extremisten auf beiden Seiten - auf schiitischer und sunnitischer - vorzugehen, um die tägliche Gewalt einzudämmen. US-Präsident George W. Bush habe in einem Telefongespräch seine Unterstützung bekräftigt. Bush hatte angekündigt, 21.500 zusätzliche Soldaten in den Irak zu schicken, die meisten davon nach Bagdad.
Die US-Botschaft wurde bei der Explosion offenbar nicht beschädigt. Das Geschoss ging nach Angaben eines Botschaftssprechers in einem dünn besiedelten Gebiet in der „Grünen Zone“ nieder. Er bestätigte nicht, ob es sich um Botschaftsgelände gehandelt hat. „Die Botschaft funktioniert wie immer“, sagte er.