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Oberstes Gericht urteilt : Australien muss Flüchtlinge entschädigen

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Asylbewerber in einem Lager auf der Pazifikinsel Manus. Das Oberste Gericht urteilte, es sei nicht mit der Verfassung vereinbar, Menschen dort festzuhalten. Bild: Reuters

Australien lässt grundsätzlich keine Flüchtlinge mehr ins Land, sondern bringt sie auf abgelegene Pazifikinseln. Dagegen haben Betroffene geklagt – und einen Sieg errungen.

          Australien muss eine Entschädigung in Millionenhöhe an Flüchtlinge zahlen, die das Land in einem Internierungslager auf einer abgelegenen Insel untergebracht hat. Der Oberste Gerichtshof des australischen Bundesstaats Victoria wies die Regierung am Mittwoch zur Zahlung von 70 Millionen australischen Dollar (umgerechnet rund 47 Millionen Euro) an. Die Summe sei „fair und angemessen“, sagte Richter Cameron Macaulay. Das Geld soll fast 1400 Flüchtlingen zugute kommen.

          Ein Anwalt der Kläger sprach von einem Sieg der „Gerechtigkeit“ für die Flüchtlinge, die auf der Pazifikinsel Manus bei Papua-Neuguinea festsitzen. Dort hätten sie seelischen und körperlichen Schaden genommen, erklärten die Kläger. Fast drei Viertel der Insassen des Lagers, 1383 Menschen, hatten sich der Sammelklage gegen die Regierung in Canberra angeschlossen.

          Australien lässt grundsätzlich keine Flüchtlinge mehr ins Land. Stattdessen werden sogar anerkannte Flüchtlinge und Asylbewerber in Lagern auf Manus und im Inselstaat Nauru untergebracht. Für Nauru gilt der Richterspruch nicht. Die Anwälte der Kläger und die Vereinten Nationen hatten die Zustände in den Lagern als unhaltbar bezeichnet.

          Das Lager auf Manus soll im Oktober geschlossen werden. Der Oberste Gerichtshof von Papua-Neuguinea hatte geurteilt, es sei nicht mit der Verfassung vereinbar, die Menschen dort festzuhalten.

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