22.02.2012 · Angesichts der schärfer werdenden Rivalität mit Australiens Premierministerin Gillard ist der Außenminister des Landes, Kevin Rudd, zurückgetreten. Er könne ohne Gillards Unterstützung nicht als Außenminister dienen, sagte Rudd.
Der australische Außenminister Kevin Rudd ist angesichts eines monatelangen Machtkampfes mit Regierungschefin Julia Gillard zurückgetreten. Ohne Gillards Unterstützung könne er sein Amt nicht fortführen, sagte Rudd am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Washington, wo er sich zu einem Besuch aufhielt.
„Ich kann als Außenminister nur dienen, wenn ich das Vertrauen von Ministerpräsidentin Gillard und ihren wichtigsten Ministern habe“, sagte Rudd. „Daher halte ich es für das einzig ehrenswerte Vorgehen für mich zurückzutreten.“
Hintergrund ist ein parteiinterner Machtkampf innerhalb der regierenden Labor-Partei. In den vergangenen Monaten war immer wieder spekuliert worden, Anhänger Rudds wollten Gillard stürzen. Die Regierungschefin war selbst nach einem innerparteilichen „Putsch“ gegen ihren Vorgänger Rudd im Juni 2010 an die Macht gekommen.
Viele Australier reagierten damals erbost die Entmachtung Rudds, der seit 2007 im Amt war. „Die Wahrheit ist, dass die australische Bevölkerung diese ganze Angelegenheit als wenig besser als eine Seifenoper empfindet, und sie hat recht“, sagte Rudd. „Und unter den derzeitigen Umständen werde ich nicht mehr Teil davon sein.“
Er betonte, dass er sich an einem möglich Putschversuch gegen Gillard niemals beteiligt hätte. Ob er sich ganz aus der Politik zurückziehen will, ließ Rudd offen. Ein solcher Schritt würde eine Nachwahl nötig machen und könnte die Labor Party ihre äußerst knappe Mehrheit im Parlament kosten.