30.05.2012 · Nach dem Massaker in Syrien gerät François Hollande erstmals in die Kritik. Als Präsidentschaftskandidat dachte er noch laut über ein militärisches Eingreifen in Syrien nach, weil er außenpolitische Statur zeigen wollte. Als Präsident gibt er sich zögerlicher - und stößt damit auf Unmut.
Von Michaela Wiegel, ParisRichtlinien für Lesermeinungen
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von Kopf bis Fuß bewaffnete Rebellen
Ich frage mich nur wer die Rebellen so stark bewaffnet dass sie schon problemlos gegen syrische Truppen vorgehen können. Von den Medien werden sehr viele Sachen verheimlicht und es kommt nur das ans Licht was und dazu bringen wird so zu reagieren wie es derjenige möchte der diese Rebellen mit Waffen beschert.
BHL ist m.E. ein Kriegstreiber
und ich hoffe, dass Hollande sich nicht instrumentalisieren laesst, wie sein Vorgaenger. Die ganze Geschichte in Syrien stinkt - wer hat denn einen Vorteil von den letzten Untaten? Assad sicher nicht - da will man einen unbequemen Regierungschef loswerden wie in Libyen und was kommt danach?
Ich glaube BHL nervt die Franzosen mit seinen Selbstinszenierungen. Er äußert seine Meinung, mehr nicht. Lévy spricht nicht für die Mehrheit der Franzosen, nur für sich. Er hält sich für unwiderstehlich und taucht ab und zu im blütenweißen, weit geöffneten Hemd und schwarzem Anzug in Krisen- und v.a. in Hungergebieten auf, läßt sich einem Popstar gleich von der Presse ablichten, gibt seine mittlerweile unmaßgebliche Meinung zu diesem Elend kund und fliegt dann im Privatjet wieder nach Hause ins elegante Paris. Daß Sarkozy auf BHL, der politisch so weit von Sarkozy entfernt ist wie ich von der FAZ, nämlich meilenweit, hat nichts mit der Bedeutung BHLs zu tun, sondern damit, daß Sarkozy immer das Besondere suchte. Damit ist es - Gott sei Dank - vorbei. Hollande weiß welche Risiken eine militärische Aktion gegen Assad mit sich brächte und verweist deshalb auch darauf, daß es ohne UN-Mandat nicht geht. Das ist kluge Politik und hat mit dem sprunghaften Stil seines Vorgängers nichts zu tun.
wie man mitunter angedeutet hört und liest, dass es sich be den Auseinandersetzungen in Syrien doch wohl um einen Religionskrieg, einen Krieg religiöser Strömungen handelt?
Ein russischer Präsident nach dem Wahlkampf
scheint vernünftiger zu sein als ein französischer Präsident vor dem Wahlkampf. Wofür will der Mann eigentlich Eurobonds?
Hollande erledigt BHL und emanzipiert sich von Sarkozy
Intelligenter hätte sich Hollande gar nicht verhalten können,
als auf BHL's Initiative hin sofort zu reagieren. Wohlwissend, dass ein
UNO-Mandat reinste Utopie ist, widersprach er dem Philosophen nicht
lange, sondern machte einen Schritt auf ihn zu und erledigt damit den
Mann, der sich einbildet, er sei ein Alleskönner. Nebenbei
emanzipiert sich Hollande damit auch endgültig von Sarkozy, dessen
Durst nach Weltgeltung sogar der Grande Nation auf die Nerven ging.
Hollande hat seinen "Master of Strategic Leadership" bereits
in der Tasche.
wenn einer im Westen ausschert und die Drohkulisse gegen den syrischen
Diktator aufbaut, derweil andere so tun, als wollten sie ihn
zurückhalten, und dann gegen den Diktator beteuern, sie können
den Droher u.U. nicht zurückhalten.
(Im übrigen hat sich der Westen bisher gegenüber Assad nur
lächerlich zahm benommen, derweil die Toten immer mehr werden.)
Autosuggestion und Realpolitik
Das eigentlich Erschreckende für mich ist, wie die "liberalen (?) Interventionisten" ihrer eigenen Propaganda auf den Leim gehen - warum wohl sind nicht nur die Alewiten (als mehr oder weniger Profiteure des Assad-Regimes), sondern auch die meisten Christen in Syrien nicht bereit, sich dem Aufstand anzuschließen? Auch wenn sie das Regime vielfach verachten, haben sie doch noch mehr Angst vor den sunnitischen Salafisten (die gerade von den Saudis etc. massiv aufgerüstet werden) und vor einem langen Bürgerkrieg wie im Irak oder im Libanon. Für die bei uns als (angebliches) Ziel propagierte demokratische Zukunft gibt es jedenfalls wenig Hoffnung. So siegt in der westlichen Politik zum Glück noch die realpolitische Vorsicht über den Wunsch, Iran seinen einzigen Verbündeten zu zerstören.
Die Invasion Syriens wäre völkerrechtswidrig. cDas war die in Libyen auch. Westerwelle hat uns dort rausgehalten. Weil die äußere Einmischung in einen Bürgerkrieg unzulässig ist. Es gibt nur eine Ausnahme, nämlich wenn ein Völkermord stattfindet. Die Regeln sind strikt, alle Mitglieder der Sicherheitsrates der UN müssen ausnahmslos zustimmen. Frankreich ist im Fall Libyen vorgeprescht, dann gingen langsam die Lichter aus, denn sie hatten den milit. Auf- wand total unterschätzt. Dass Hollande gerade dabei ist, es dem Sarko nachzumachen, besorgt mich. Ein Sozialist als Kriegstreiber? Oder blufft er nur als Außenpolitiker?
Der französische "Meisterdenker" DHL will Hollande
genauso in den Syrien-Krieg treiben wie vorher Sarkozy in den Libyen-Krieg.
F wird auch mit GB zusammen nicht die syrische Luftabwehr ausschalten
können.
Also müssen die "liberalen Interventionisten" unter Frau
Clinton Obama unter Druck setzen, einen nicht zwingend nötigen
"war of choice" in diesem Pulverfaß zu beginnen.
Mal sehen, ob er das mit sich machen läßt und der sicher
zunehmend angeheizten Pressekampagne widerstehen kann.
Was ist daran so ungewöhnlich?
...es ist doch nichts neues, dass Politiker die Meinung ändern, je nachdem, wie der Wind grade steht!
Verantwortung tragen und Opposition üben.....
sind zwei grundverschiedene Bereiche. In AFG kneifen und in Syrien einen Krieg entfachen, passt einfach nicht zusammen. Wenn das so weiter geht, sind die ersten Scherben in seinem Garten angehäuft. Wird er auch so ein Wackelpräsident wie sein Vorgänger, der ebenso von der "Grande Nation" träumte und im Abseits landete?
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 31.05.2012 11:51 UhrDer Buergerkrieg in Syrien haelt sich noch in Grenzen
Wenn das Ausland eingreift, wird er ausufern - die Opfer werden sich verhundertfachen!
in Syrien einen Krieg entfachen
entschuldigen Sie bitte, aber haben Sie die letzten Monate keine Nachrichten verfolgt? Der Krieg in Syrien ist längst im Gange. Oder wie würden Sie das gegenseitige Abschlachten zwischen Regimeanhängern und Gegnern bezeichnen? Ringelpietz mit Anfassen?
Im Wahlkampf kann man gut schwadronieren, aber dann, wenn es gilt muss man das Richtige vorschlagen. Aber Halt: Es handelt sich ja um Politiker, von daher gelten andere Regeln: Alles nicht so gemeint!!!