http://www.faz.net/-gpf-8ocy8
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F+ Icon
F.A.Z. PLUS
abonnieren

Veröffentlicht: 14.12.2016, 03:47 Uhr

Terrorgefahr Ausnahmezustand in Frankreich verlängert

Die Nationalversammlung in Paris hat den Ausnahmezustand in Frankreich verlängert. Die Politiker sehen ein erhöhtes Anschlagsrisiko, vor allem bei einem Großereignis in naher Zukunft.

© AFP Im kommenden Jahr wird in Frankreich ein neuer Präsident gewählt. Auch deshalb hat die Nationalversammlung in Paris den Ausnahmezustand verlängert.

Zum fünften Mal wird der Ausnahmezustand in Frankreich wegen der Terrorbedrohung verlängert. Die Nationalversammlung in Paris stimmte in der Nacht zu Mittwoch einer Verlängerung bis zum 15. Juli zu. Als Begründung gab die Regierung, die um die Verlängerung gebeten hatte, das „erhöhte Anschlagsrisiko“ vor den Wahlen in Frankreich im nächsten Jahr an. Mehrere Abgeordnete forderten einen Ausstieg aus dem Dauer-Ausnahmezustand.

Mehr zum Thema

Mit 288 gegen 32 Stimmen und bei fünf Enthaltungen fand die Verlängerung des Ausnahmezustandes allerdings eine sehr breite Mehrheit. Am Donnerstag muss noch der Senat zustimmen. Der Ausnahmezustand soll somit während der Präsidentschaftswahl im kommenden Frühjahr und der Parlamentswahl im Juni in Kraft bleiben.

© reuters, Reuters Frankreich gedenkt der Opfer der Pariser Anschläge

Der Ausnahmezustand sieht weitgehende Befugnisse für die Behörden im Anti-Terror-Kampf vor. Er ermöglicht unter anderem Wohnungsdurchsuchungen ohne richterlichen Beschluss auch in der Nacht, Hausarrest für mutmaßliche Dschihadisten, Demonstrationsverbote und Ausgangssperren. Staatschef François Hollande hatte den Ausnahmezustand nach den Pariser Anschlägen vom 13. November 2015 mit 130 Toten verhängt. Er wurde seitdem schon vier Mal verlängert, das letzte Mal nach dem Attentat von Nizza mit 86 Toten im Juli.

Gabriel zeigt Schulz, wie Wahlkampf geht

Von Günter Bannas

Der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel schlägt in Sachen Türkei harte Töne an – auch gegen die Position der Regierung. Damit düpiert er seinen Kanzlerkandidaten. Mehr 46 40

Zur Homepage