Home
http://www.faz.net/-gq5-70zwc
Donnerstag, 20. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Aung San Suu Kyi Regierungsbereit

 ·  Der Staatsapparat fordert von ihr, die Heimat Myanmar anstatt Burma zu nennen. Oppositionschefin Auung San Suu Kyi antwortet auf ihre Weise. Sie teilt mit, dass sie sich zutraue, Burma zu regieren.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Birmas Oppositionschefin Aung San Suu Kyi ist bereit, eines Tages die Führung in ihrer Heimat zu übernehmen. „Ich denke, dass sich alle Parteiführer auf diese Möglichkeit vorbereiten müssen, wenn sie wirklich an den demokratischen Prozess glauben“, sagte die 67-Jährige der Nachrichtenagentur AFP in Paris. Die Regierung in Birma nutzte Suu Kyis Abwesenheit, um sich in einer Grundsatzfrage gegen die Friedensnobelpreisträgerin zu positionieren.

Die Übernahme der Macht in Birma sei aber nichts, woran sie tagtäglich denke, sagte Suu Kyi AFP. „Man muss sich auf die jetzige Arbeit konzentrieren, und sich natürlich auf die Zukunft vorbereiten“, ergänzte sie. Im Jahr 2015 stehen in Birma wieder Wahlen an, bei denen Suu Kyis Nationale Liga für Demokratie (NLD) antreten will. Man dürfe aber nicht bis 2015 warten, „wie sich die Dinge entwickeln“, sagte sie. „Das Jetzt ist am wichtigsten.“

Kampf um Begriffe

Suu Kyi befand sich bis Freitag auf der ersten Europareise seit ihrer Freilassung aus jahrelangem Hausarrest. Die Oppositionsführerin ist seit kurzem Abgeordnete im Parlament ihres Landes, das inzwischen nicht mehr von einer Militärjunta, sondern von einer formal zivilen Regierung geführt wird. In den vergangenen Tagen besuchte sie unter anderem Norwegen, wo sie in Oslo eine Dankesrede für ihren Friedensnobelpreis aus dem Jahr 1991 hielt.

Die birmanische Führung forderte Suu Kyi indes dazu auf, ihre Heimat nicht länger Birma, sondern Myanmar zu nennen. Während Birma der Name des Landes aus der britischen Kolonialzeit ist, nannte die lange Zeit regierende Junta den südostasiatischen Staat Myanmar. Die Wahlkommission verlangte nun in einer von der Staatszeitung „New Light of Myanmar“ gedruckten Mitteilung von Suu Kyi, sich an die Verfassung zu halten und den darin festgeschriebenen Namen zu verwenden.

Die Junta hatte den Namen vor rund 20 Jahren mit der Begründung geändert, in Birma lebten nicht nur ethnische Birmaner, sondern auch Minderheiten. Suu Kyi und ihre NLD lehnen die Verwendung des Namens Myanmar kategorisch ab. Im Ausland benutzen etwa der britische Premierminister David Cameron und US-Präsident Barack Obama den Namen Birma. US-Außenministerin Hillary Clinton umging das Problem bei einem Besuch in Birma zuletzt, indem sie von „diesem Land“ sprach.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Brasilianischer Zorn

Von Josef Oehrlein

Die Fahrpreiserhöhung wird in vielen Städten schon zurückgenommen, doch die Unzufriedenheit bleibt: Ebenso wie in der Türkei richtet sich der Volkszorn in Brasilien gegen eine Politikerriege, die das Land praktisch ohne Kontakt zur Bevölkerung regiert. Ein Kommentar. Mehr 4 12