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Attentat in Manchester : Die Angst ist zurück

Streng bewacht: Manchester glich in der Nacht zu Dienstag einer Festung Bild: dpa

Auch wenn sich Theresa May und Jeremy Corbyn hüten, den Anschlag von Manchester politisch zu nutzen: Er wird den Wahlkampf vor der Parlamentswahl beeinflussen. Ein Kommentar.

          Noch ist nichts über den Täter bekannt, der am Montagabend in der Manchester Arena mindestens 22 Menschen mit sich in den Tod gerissen hat, aber der Selbstmordanschlag dürfte die britische Debatte über den (islamistischen?) Terror wiederaufleben lassen und auch den Wahlkampf beeinflussen.

          Jochen Buchsteiner

          Politischer Korrespondent in London.

          Dass die Briten nicht weniger vom Terror verwundbar sind als andere Europäer, wurde ihnen erst im März in Erinnerung gerufen, als ein Islamist mit einem Auto und einem Messer fünf Menschen vor dem Westminster Palace tötete. Der traurige Zustand der Gewöhnung an Angriffe dieser Art hatte auch auf der Insel Fuß gefasst. Sicherheit und der Schutz vor dem Terror waren bislang keine beherrschenden Wahlkampfthemen gewesen. Das könnte sich nun – in den entscheidenden zwei Wochen bis zur Wahl – ändern.

          Der Anschlag erschüttert die Briten nicht nur, weil offenbar viele Teenager unter den Opfern sind. Er macht auch deutlich, dass selbst schärfste Sicherheitsvorkehrungen nicht verhindern können, dass im großen Stil getötet wird. Mögliche Attentäter hätten es auf der Insel schwerer, an Waffen und Sprengstoff zu kommen, hatte es oft geheißen – eine Wiederholung des Terroranschlags auf die Londoner U-Bahn von 2005 schien weniger wahrscheinlich als anderswo. Nun zündete doch wieder ein Terrorist eine Selbstmordbombe in einem geschlossenen Raum mit vielen Menschen.

          Explosion nach Konzert : Viele Tote bei Selbstmordanschlag in Manchester

          Das grauenhafte Ereignis wird den Wahlkampf beeinflussen

          Premierministerin Theresa May und ihr Herausforderer Jeremy Corbyn von der Labour Party äußerten sich am Dienstag voller Anteilnahme. Beide hüteten sich davor, den Anschlag für ihre Kampagnen fruchtbar zu machen. Und doch wird das grauenhafte Ereignis auf den Wahlkampf ausstrahlen.

          Zumindest jene Bürger, die einen Zusammenhang zwischen terroristischer Bedrohung und der Einwanderung sehen, dürften sich von den Konservativen, der traditionellen Partei von Law and Order, besser vertreten fühlen. Diese verpflichtete sich in ihrem Wahlprogramm – anders als die Labour Party oder die Liberaldemokraten – zu dem Ziel, die Netto-Einwanderung stark herunterzufahren und eine Obergrenze von 100.000 Einwanderern im Jahr anzustreben.

          In emotional aufgeladenen Zeiten könnten darin manche einen Hoffnungsschimmer erkennen, zumindest ein Signal, nichts unversucht zu lassen.

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