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Attacke in Frankreich : Der Attentäter war Franzose

  • Aktualisiert am

Der Verkehr läuft wieder auf den Champs-Élysées in Paris – am Morgen nach dem Attentat. Bild: dpa

Wer war der Mann, der auf den Champs-Élysées in Paris mutmaßlich einen Anschlag verübt hat? Noch ist unklar, ob es sich um eine islamistische Tat handelt – aber die Spuren zum mutmaßlichen Täter verdichten sich.

          Der Anschlag in Paris trifft Frankreich nur drei Tage vor der ersten Runde der Präsidentenwahl ins Mark. Der Terror ist zurück in der französischen Hauptstadt, nachdem er im Wahlkampf zuletzt etwas in den Hintergrund getreten war. Doch jetzt, durch die schreckliche Tat auf den Champs-Elysées, steht dem Land kurz vor dem Wahlgang eine neue Debatte über die innere Sicherheit ins Haus, die vor allem Marine Le Pen, die Kandidatin des rechtsextremen Front National, für sich zu nutzen versuchen dürfte.

          Was wissen wir bislang über den Angreifer?

          Ein Mann fährt am Donnerstagabend gegen 21 Uhr auf dem Pariser Prachtboulevard Champs-Elysées nur wenige Meter vom Arc de Triomphe entfernt mit einem Auto vor. Er steigt aus und eröffnet mit einer automatischen Waffe unvermittelt das Feuer auf einen geparkten Mannschaftswagen der Polizei. Dabei tötet er einen Polizisten und verletzt zwei weitere sowie einen Touristen. Die Polizei erschießt daraufhin den Angreifer. Kurz darauf riegeln die Sicherheitskräfte die Champs-Elysées weiträumig ab, sperren mehrere Metro-Stationen und rufen die Bevölkerung auf, den Bereich zu meiden. Über dem Boulevard kreist ein Hubschrauber. Wenig später reklamiert Amaq, das Sprachrohr des „Islamischen Staats“ (IS), die Tat für sich. Auch Frankreichs Präsident François Hollande spricht schnell davon, es spreche einiges für einen Terrorakt.

          Über die Identität des Schützen gab es zunächst widersprüchliche Angaben. Nach Angaben von Amaq soll der Attentäter den Namen Abu Yousif al-Belgiki tragen. Nach Angaben der belgischen Staatsanwaltschaft gibt es bislang aber keine Hinweise darauf, dass der mutmaßliche Täter belgischer Staatsangehöriger ist. Frankreichs Generalstaatsanwalt Francois Molins sagte nach Angaben der Zeitung „Le Monde“ hingegen, die Identität des Angreifers sei bekannt und bestätigt. Demnach soll es sich um den 39 Jahre alten Karim C. aus dem französischen Livry-Gargan handeln. Der belgische Innenminister Jan Jambon sagte dem Sender VRT, es handele sich um einen französischen Staatsbürger. Er war der Polizei offenbar bereits wegen einer Gewalttat gegen Polizisten im Jahr 2001 bekannt. Die Nachrichtenagentur AFP erfuhr aus Ermittlerkreisen, dass der Angreifer wegen zweier Angriffen mit Schusswaffen auf zwei Polizisten und einen dritten Mann 2005 zu 15 Jahren Haft verurteilt worden war. Die Haftstrafe saß er nicht vollständig ab. Im Februar wurde er den Angaben zufolge abermals festgenommen wegen des Verdachts, dass er Polizisten ermorden wolle. Aus Mangel an Beweisen kam er allerdings wieder frei.

          Nach Informationen von „Le Monde“ soll die Polizei am Donnerstagabend im mutmaßlichen Wohnhaus von C. im Département Seine-et-Marne eine Razzia durchgeführt haben. Die Ermittler sollen auf die Adresse durch die Zulassungspapiere des Autos gestoßen sein, das der Angreifer auf den Champs-Elysées benutzt hatte.

          Unklar ist, ob der Attentäter tatsächlich ein Einzeltäter war oder Mittäter hatte. Nach ersten Aussagen der französischen Staatsanwaltschaft soll er den Anschlag alleine durchgeführt haben. Die französische Polizei gab am Freitagmorgen aber bekannt, dass sie nach einem weiteren Verdächtigen fahndet. Der Mann sei von belgischen Behörden identifiziert worden, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Pierre-Henry Brandet, dem Sender Europe 1. Unklar ist aber, ob es sich dabei schon um jenen Mann handelt, der am Freitagmorgen bei der Polizei in der belgischen Stadt Anvers vorstellig wurde, wie ein Sprecher des Innenministeriums erklärte.

          Im Schockzustand: Passanten heben am Donnerstagabend bei einer Kontrolle nahe den Champs-Elysées die Hände

          Am Vormittag meldete die Nachrichtenagentur AFP zudem, drei Männer aus dem Umfeld des mutmaßlichen Attentäters würden derzeit von den Sicherheitsbehörden verhört. Die Polizei soll sie bei der Razzia am Donnerstagabend in Seine-et-Marne festgenommen haben, berichtete die Zeitung „Le Figaro“. Nicht bestätigten Meldungen aus Justizkreisen zufolge soll es sich dabei um drei Familienangehörige des Attentäters handeln.

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