23.08.2006 · Das amerikanische Außenministerium hält die iranische Antwort auf das internationale Angebotspaket im Atomstreit für unzureichend. Die Antwort erfülle die UN-Bedingungen zur Vermeidung von Sanktionen nicht, teilte das Ministerium am Mittwoch mit.
Das amerikanische Außenministerium hält die iranische Antwort auf das internationale Angebotspaket im Atomstreit für unzureichend. Die Antwort erfülle die UN-Bedingungen zur Vermeidung von Sanktionen nicht, teilte das Ministerium am Mittwoch mit.
Außenamtssprecher Gonzalo Gallegos sagte, Washington berate weiterhin mit den anderen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats über eine Antwort an Teheran und darüber, welche Schritte nun folgen sollten. Die amerikanische Regierung nehme zur Kenntnis, daß Iran seine Antwort als „ernsthaftes Angebot“ ansehe.
Frage nach Urananreicherung weiter offen
Zuvor hatte eine Sprecherin des Weißen Hauses erklärt, die amerikanische Regierung knüpfe Verhandlungen mit Iran weiterhin an eine vorherige Aussetzung der Urananreicherung. Teheran müsse sein Atomprogramm beenden. Der iranische Chefunterhändler Ali Laridschani hatte sich am Dienstag zu „ernsthaften Verhandlungen“ bereit erklärt, sich aber nicht zur Frage der Urananreicherung geäußert.
Die übrigen Vetomächte im Sicherheitsrat und Deutschland hatten sich zuvor zurückhaltend oder mit Skepsis zu der iranischen Antwort geäußert. In ersten Stellungnahmen war von einem „sehr komplexen“, „sehr umfangreichen und detaillierten“ Dokument die Rede, das ausführlich und sorgfältig analysiert werden müsse. Die Bundesregierung sagte, das Papier werde „sehr genau“ geprüft.
Positive Signale Teherans?
Die sechs Länder haben Iran wirtschaftliche und technische Hilfe in Aussicht gestellt, wenn Teheran im Gegenzug auf die Anreicherung von Uran verzichtet. Der UN-Sicherheitsrat hat Teheran aufgefordert, die Anreicherung bis zum 31. August zu stoppen. Anderenfalls drohten politische und wirtschaftliche Sanktionen. Am Mittwoch forderte Irans Außenministerium die Empfänger auf, die positiven Signale in der Antwort Teherans zu beachten.
Ein Berater des früheren iranischen Präsidenten Mohammed Chatami sagte dem arabischen Dienst der Deutschen Welle, die Haltung der Europäer, wonach ein sofortiger Stop der Urananreicherung stattfinden soll, werde von der Führung in Teheran „nicht ganz“ akzeptiert. „Iran hat aber seine Bereitschaft erklärt, über ein begrenztes Aussetzen der Anreicherung zu verhandeln“, sagte Mohammed Schariati. Irans oberster Führer, Ajatollah Ali Chamenei, hatte allerdings noch am Montag betont, Teheran werde sein Atomprogramm mit aller Macht fortführen.
Lustig: USA fordern UN-Sanktionen
jörg sutter (jsutter)
- 28.08.2006, 16:26 Uhr