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Atomstreit mit Nordkorea : Trump schickt CIA-Direktor für „internes Treffen“ nach Südkorea

  • Aktualisiert am

CIA-Direktor Mike Pompeo bei seinem ersten öffentlichen Auftritt am 13. April 2017 Bild: AFP

In Südkoreas Hauptstadt Seoul spricht CIA-Chef Mike Pompeo mit Botschaftsmitarbeitern und dem Befehlshaber der amerikanischen Streitkräfte. Nordkorea droht mit einem neuen Test.

          CIA-Direktor Mike Pompeo hat nach Medienberichten in Südkorea Gespräche über die zunehmenden Spannungen im Streit über das nordkoreanische Atomprogramm geführt. Er habe neben Vertretern der amerikanischen Botschaft unter anderen auch den Befehlshaber der amerikanischen Streitkräfte in Korea (USFK), Vincent Brooks, sowie Südkoreas Geheimdienstchef Lee Byung Ho getroffen, berichteten der Sender KBS und andere südkoreanische Medien am Montag. Pompeo sei seit dem Wochenende in Seoul.

          Bei seinen Gesprächen sei es auch um eine Lösung des Konflikts mit der kommunistischen Regierung in Nordkorea gegangen. Auch die Aussichten für die Beziehungen zwischen Seoul und Washington nach der Präsidentenwahl in Südkorea am 9. Mai seien ein Thema gewesen. Ein Sprecher der amerikanischen Botschaft bestätigte, dass Pompeo für ein „internes Treffen mit USFK“ in Seoul sei. Es seien aber weder Gespräche mit Beamten des Präsidialamts noch mit „politischen Kandidaten“ geplant.

          Nordkorea hat am Montag mit einem neuen Atomtest gedroht. Pjöngjang sei zu einem neuen Test „zu jeder Zeit und an jedem Ort“ bereit, erklärte ein Sprecher des nordkoreanischen Außenministeriums. Das Land sei „vollkommen bereit, auf jegliche Option Amerikas zu reagieren.“

          Trump auf der Suche nach Verbündeten

          Die Lage in der Region ist nach zwei Atomversuchen und zahlreichen Raketentests durch Nordkorea seit dem vergangenen Jahr sehr angespannt. Das Land hatte am Samstag trotz Verboten durch UN-Resolutionen wieder eine ballistische Rakete gestartet. Der Test schlug nach Angaben Südkoreas allerdings fehl. Der amerikanische Präsident Donald Trump warnte Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un vor weiteren Provokationen. „Ich wäre nicht glücklich, sollte er einen Atomtest unternehmen“, sagte Trump in einem Interview des Senders CBS.

          Trump sucht in dem Atomstreit zurzeit Verbündete in Asien. Der Präsident habe deshalb am Sonntag mit den Regierungschefs von Thailand und Singapur telefoniert, sagten amerikanische Regierungsvertreter. Dabei sei es um Möglichkeiten gegangen, den wirtschaftlichen und diplomatischen Druck auf Nordkorea zu verstärken. Trump hatte zuvor schon mit dem philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte über das Thema gesprochen. Es müsse mit so vielen Ländern wie möglich in der Region zusammengearbeitet werden, sagte der Stabschef im Präsidialamt, Reince Priebus, dem Sender ABC. Ziel sei es, „jeden zur Unterstützung eines Aktionsplans in die Reihe zu bekommen“, falls sich die Lage um Nordkorea verschlechtere. Trump unterhalte zudem regelmäßig Kontakt zu Japans Ministerpräsident Shinzo Abe und auch enge Beziehungen zum chinesischen Präsidenten Xi Jinping.

          Anlass für die Gespräche sei die Gefahr einer „nuklearen und massiven Zerstörung in Asien“ und am Ende auch in den Vereinigten Staaten, sagte Priebus. Derzeit würden Amerika und Asien durch nichts so stark bedroht wie durch die Vorgänge in Nordkorea.

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