11.02.2005 · Australien zweifelt an der „Bombe“, die das kommunistische Nordkorea zu besitzen vorgibt. Bush zählte das Regime zusammen mit Saddams Irak und Iran zur „Achse des Bösen“. Nun, da Nordkorea international völlig isoliert ist, verbrüdert es sich rhetorisch mit Teheran. Es soll auch Dissidenten öffentlich hingerichtet haben.
Die Erklärung Nordkoreas zum Besitz von Atomwaffen könnte nach Ansicht der australischen Regierung aus strategischen Gründen bewußt übertrieben sein.
Nordkorea versuche mit dieser Mitteilung und dem Rückzug aus den multinationalen Atomgesprächen offenbar eine Täuschung, sagte Ministerpräsident Howard am Freitag. Außenminister Downer erklärte, Nordkorea beabsichtige wohl, sich eine bessere Verhandlungsposition zu verschaffen.
„Flüchtlinge öffentlich hingerichtet“
Ähnlich äußerte sich auch Südkorea. Nordkorea hatte am Donnerstag erstmals behauptet, es besitze Atomwaffen. Australien ist eines der wenigen Länder, das offizielle diplomatische Beziehungen zu Nordkorea unterhält.
Unterdessen wurde bekannt, daß in Nordkorea offenbar Flüchtlinge, die das Land in Richtung China verlassen haben und von dort wieder in ihre Heimat abgeschoben werden, zur Abschreckung öffentlich exekutiert werden. Eine südkoreanische Hilfsorganisation berichtete, das kommunistische Regime habe allein im vergangenen Monat 70 von China abgeschobene Flüchtlinge hingerichtet, neun von ihnen öffentlich.
Glückwünsche an Iran
Die Hilfsorganisation berief sich auf Informanten in China. Eine unabhängige Bestätigung für die Angaben gab es nicht, doch gilt die Gruppe als zuverlässig. China ist der einzige verbliebene wichtige Verbündete der kommunistischen Führung Nordkoreas und schiebt häufig nordkoreanische Flüchtlinge in ihre Heimat ab. Es wird angenommen, daß sich bis zu 300.000 Nordkoreaner in China versteckt halten. Südkorea bemüht sich um Ausreisegenehmigungen für die Menschen in den Süden.
Nachdem Nordkorea sich mit seiner Behauptung, es besitze die Atombombe, und der Aufkündigung der Sechser-Gespräche noch weiter vom Westen isoliert hatte, sucht es offenbar neue Verbündete. Zum 26. Jahrestag der islamischen Revolution im Iran sicherte das Regime in Pjöngjang der Regierung in Teheran Unterstützung zu, wie die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur meldete.
Die „Achse des Bösen“
Der Iran habe „tapfer alle Arten von Belastungen und Herausforderungen in den vergangenen 26 Jahren abgewehrt“, heiße es in einer Botschaft von Parlamentspräsident Kim Yong Nam, der Nummer zwei in der nordkoreanischen Hierarchie. In einer weiteren Botschaft habe Ministerpräsident Pak Pong Ju die erfolgreiche Verteidigung der iranischen Souveränität gewürdigt. Die freundschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern würden ständig stärker. Über eine Antwort aus Teheran ist noch nichts bekannt.
Der amerikanische Präsident Bush hatte beide Länder und den Irak wegen ihrer Atomprogramme zu einer „Achse des Bösen“ gerechnet.
Auch Rumsfeld zweifelt
Das kommunistische Nordkorea hatte am Donnerstag erklärt, die Atomwaffen dienten der Selbstverteidigung gegen die feindselige Politik Amerikas. Die Vereinigten Staaten werfen Nordkorea seit Jahren vor, heimlich an Atomwaffen zu arbeiten. Das Regime hatte bislang jedoch selbst behauptet, nicht über solche Waffen zu verfügen.
Experten sagten, es sei auch weiter unklar, ob dies tatsächlich der Fall sei. Auch der amerikanische Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sagte, er wisse nicht, ob Nordkorea wirklich über Atomwaffen verfüge.