03.11.2009 · Nordkorea lässt seinem Drängen auf bilaterale Gespräche mit den Vereinigten Staaten jetzt Drohungen folgen. Die staatliche Nachrichtenagentur KCNA meldete nun, dass in der Atomanlage Yongbyon Brennstäbe erfolgreich wiederaufgearbeitet worden seien.
Nordkorea lässt seinem Drängen auf bilaterale Gespräche mit den Vereinigten Staaten jetzt Drohungen folgen. Die nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA meldete am Dienstag, dass in der Atomanlage Yongbyon Brennstäbe erfolgreich wiederaufgearbeitet worden seien.
Nordkorea habe bis August 8000 Brennstäbe wiederaufbereitet und Fortschritte in der Gewinnung von waffenfähigem Plutonium gemacht, hieß es. Der Hinweis auf die nukleare Wiederaufbereitung soll nach Ansicht von Beobachtern dazu dienen, die Vereinigten Staaten zu direkten Gesprächen mit dem kommunistischen Nordkorea zu bewegen.
Washington wartet ab
Die Vereinigten Staaten haben eine generelle Bereitschaft zu bilateralen Gesprächen erkennen lassen, wenn diese zu einer Wiederaufnahme der Sechser-Gespräche führen. Es wurde in Washington bis jetzt jedoch noch nicht endgültig entschieden, ob der Sondergesandte von Präsident Obama nach Nordkorea reisen wird.
Die nordkoreanische Regierung hatte sich in den Sechser-Gesprächen mit Südkorea, China, Japan , Russland und den Vereinigten Staaten verpflichtet, ihr Atomprogramm aufzugeben, sie sollte im Gegenzug dafür Energiehilfen und internationale Anerkennung bekommen.
Nordkorea erklärte sich aber zu Beginn dieses Jahres an die Vereinbarung nicht mehr gebunden, nachdem nach Ansicht des Regimes in Pjöngjang die Gegenleistungen nicht geliefert wurden. Erst beim Besuch des chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao im Oktober sagte das Regime in Pjöngjang zu, es werde zu multilateralen Gesprächen zurückkehren, wenn zuvor Gespräche mit der amerikanischen Regierung erfolgreich verlaufen.
Klarstellung bitte: Bedrohung oder Theater?
Hans-Dieter Mohl (H.D.Mohl)
- 03.11.2009, 15:07 Uhr